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Kinokritik: „Der Junge muss an die frische Luft“

28. Dezember 2018
Einen Blick in Hape Kerkelings Kindheit wagen - das ermöglicht der Film "Der Junge muss an die frische Luft", der diese Woche im C1 gestartet ist. Foto: C1 Cinema, Video: Alexander Dontscheff
Braunschweig. Derzeit zeigt das C1 Cinema den Film "Der Junge muss an die frische Luft". Die emotionale Verfilmung der Kindheit von Hape Kerkeling ist nicht nur etwas für Fans des beliebten Komikers. Davon konnte sich regionalHeute.de am Premierentag überzeugen.

Königin Beatrix, Horst Schlämmer und Gisela aus Korschenbroich sind nur ein paar der Figuren, die Comedy-Altmeister Hape Kerkeling über die Jahre geschaffen hat. Caroline Link („Jenseits der Stille“ und Oscar für „Nirgendwo in Afrika“) hat nun witzig-warmherzig seine Kindheitserinnerungen verfilmt.

Inhalt:

Eine Geschichte über Lachen und Weinen, von der Liebe und vom Trost einer Großfamilie, mit wunderbaren Charakteren und Optimismus, Humor und Zuversicht. In „Der Junge muss an die frische Luft“ erzählt Hape Kerkeling von seiner Kindheit, entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit, über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher – und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können.

Alles beginnt im Ruhrpott im Jahr 1972: Der neunjährige Hans-Peter (Julius Weckauf) ist ein wenig pummelig, lässt sich davon aber nicht bedrücken. Stattdessen feilt er fleißig an seiner großen Begabung, andere zum Lachen zu bringen, was bei seiner ebenso gut gelaunten wie feierwütigen Verwandtschaft natürlich gerne gesehen wird. Doch dann wird seine Mutter Margret (Luise Heyer) operiert und danach immer depressiver, was Hans-Peter aber nur noch umso mehr antreibt, sein komödiantisches Talent auszubauen.

Trailer:

Kritik:

Man könnte sich natürlich fragen: Tut das Not? Ein Film über einen noch lebenden deutschen Komiker, und zudem nur über einen kurzen Abschnitt seiner Biographie? In den 100 Minuten Spielzeit räumt Regisseurin Caroline Link alle Zweifel aus. Doch nicht nur sie – vor allem ist es das hochklassig besetzte Schauspieler-Ensemble. Allen voran Julius Weckauf, der nicht nur so aussieht, wie man sich einen etwa zehnjährigen Hape Kerkeling vorstellt, sondern der auch im Prinzip den gesamten Film auf seinen kleinen Schultern trägt.

Der Film zeigt eine im Prinzip wohl behütete Kindheit im Schoße einer Großfamilie im Ruhrgebiet Anfang der 70er Jahre. Er zeigt den Beginn einer außergewöhnlichen Karriere eines ganz speziellen Jungen, der schon schnell entdeckt, dass er etwas anders ist als die anderen, aber auch lernt, dies zu seinem Vorteil zu nutzen. Der Film zeigt aber auch die Tragik, dass es dem jungen Hans-Peter, bei all seinem Talent, nicht gelingt, seinen wichtigsten Kampf – den um das Leben seiner Mutter – zu gewinnen.

„Der Junge muss an die frische Luft“ bietet in jedem Fall einen gelungenen Kino-Abend, bei dem man herzhaft lachen kann, gleichzeitig aber auch tieftraurig stimmt. Zudem liefert er für Kinder der 70er Jahre ein schönes Potpourri an Erinnerungen an diese Zeit. Klare Anseh-Empfehlung!

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