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Kinokritik: „Die Goldfische“ – Geldschmuggel im Behindertenbus

20. März 2019
Mit "Die Goldfische" kam am Dienstag eine weitere deutsche Komödie in die Kinos. Ob es sich lohnt, sagt Ihnen unsere Kinokritikerin. Foto: C1 Cinema, Video: Julia Seidel
Braunschweig. Am Dienstagabend ist der Film "Die Goldfische" im Beisein von Regisseur Alireza Golafshan im C1 Cinema in Braunschweig angelaufen. Zuschauer können sich auf Schauspielerische Glanzleistungen von Stars wie unter anderem Tom Schilling und Jella Haase freuen.

Viel los war bei der Filmpremiere am Dienstagabend im C1 in Braunschweig. Das Kino rollte für Alireza Golafshan den Roten Teppich vor dem Kino aus. Viele waren dieser Einladung gefolgt und stellten dem jungen Regisseur im Anschluss an den Film ihre Fragen. Doch im Mittelpunkt des Abends stand dennoch der Film selbst. Ein Streifen über und mit Behinderten. Hier baut ein altes Konzept auf einer neuen Storyline auf.

Inhalt

Oliver (Tom Schilling), Vollblutbanker, hat einen fatalen Unfall. Diagnose: Querschnittlähmung. Die Reha hasst er von Minute eins an, trifft dort aber auf die „Goldfische“, bestehend aus der blinden Magda, den verhaltensauffälligen Rainman und Michi, sowie Franzi, einem Mädchen mit Down-Syndrom. Die sind schon skurril und abgedreht, aber ihre Betreuer Laura (Jella Haase), naiv und überengagiert, und Eddy (Kida Khodr Ramadan), vollkommen abgestumpft, toppen alles. Oliver, der neben seiner Behinderung nun auch noch damit zu kämpfen hat, dass sein Schweizer Schließfach mit steuerfrei beiseite geschafftem Vermögen aufzufliegen droht, erkennt die Vorteile positiver Diskriminierung: Ein Ausflug mit dieser Truppe im Behindertenbus ist die perfekte Tarnung für seinen Schwarzgeldschmuggel über die deutsch-schweizerische Grenze …

Trailer

Kritik

Mit „Die Goldfische“ feiert Regisseur Alireza Golafshan sein Kinodebüt. Es ist das erste große Projekt des Künstlers, der sich bisher vor allem Kurzfilmen gewidmet hat. In seinem Film über die Behinderten-WG führte er nicht nur Regie, sondern hat das Drehbuch auch selbständig verfasst, was der Story nicht geschadet hat, sondern vielmehr dazu geführt hat, dass seine Ideen ganz unverfälscht auf die Leinwand gekommen sind. Dass der studierte Golafshan weiß was er tut, merkt man bereits im Vorspann. Gut aufeinander abgestimmte Szenen lassen den Zuschauer erahnen, was als nächstes passiert ohne dabei den Eindruck von Vorhersehbarkeit zu erwecken. Die Geschichte über einen knallharten Geschäftsmann, der im Laufe der Handlung zu einem neuen „Ich“ findet, ist zwar keine neue Idee. Dennoch schafft es Golafshan hier einen neuen Aspekt aufzumachen. Es wird verdeutlicht, wie schnell Geld die Menschen verändern kann und jeder möchte seinen Anteil daran abhaben. Die Jagd nach dem Geld entwickelt sich schnell zum Leitmotiv der Handlung und bringt die Charaktere bald in Schwierigkeiten, die es zu lösen gilt. Eine weitere Besonderheit ist, dass sich mit Luisa Wöllisch eine Schauspielerin mit Down-Syndrom unter den Darstellern befindet, die dafür sorgen soll, dass der Cast authentisch bleibt.

Der Schwarzgeld-Schmuggel aus der Schweiz nach Deutschland ist für die Protagonisten mit einer Reihe Hindernisse verbunden, die meistens mit feinem Humor einhergehen und platte Witze nur als gezielt eingesetzte, stilistische Mittel vorkommen. Lediglich das Ende könnte aus moralischer Sicht zu einigen Fragezeichen führen, wird aber an dieser Stelle nicht verraten.

Fazit

Ein guter Film für einen netten Familienabend und sowohl für große als auch für kleine Zuschauer geeignet. Mit „Die Goldfische“ kommt mal wieder eine deutsche Komödie in die Kinos, die jedoch auf platte Witze und vorhersehbare Handlungen verzichten kann. Eine klare Empfehlung für alle, die mal wieder einen gelungenen Kinoabend erleben wollen.

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