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Kinokritik: „Es Kapitel 2“ – Heiter bis Horror

6. September 2019
Das C1 zeigte am Donnerstag "Es-Kapitel 2", das Sequel zum Remake nach dem gleichnamigen Roman von Stephen King. Foto: C1 Cinema/Video: Marvin König
Braunschweig. Am Mittwoch lief 'Es - Kapitel 2' in den deutschen Kinos an. Der lange erwartete Nachfolger des 2017 erschienenen 'Es' basiert wie sein Vorgänger auf den gleichnamigen Romanen von Stephen King, der in dem Film auch eine kleine Gastrolle übernahm. Drei Jahrzehnte nach den Ereignissen des ersten Films führt "ES: Kapitel 2" die Charaktere, deren Wege sich mittlerweile getrennt haben, als Erwachsene erneut zusammen - denn alle 27 Jahre sucht das Böse die kleine Stadt Derry in Maine heim.

Zugegeben, ganz verzichten muss man auch in diesem Teil auf die Kinder nicht. In vielfältigen, kreativ in den Film eingearbeiteten Rückblenden gibt es Szenen aus der Kleinstadt Derry im Jahr 1989 zu sehen, was auch dabei hilft, das Prequel zu verstehen, wenn man den ersten Teil nicht kennt. Regie führt wie im ersten Teil Andrés Muschietti, der erst 2013 mit dem Horrorfilm „Mama“ seinen Durchbruch feierte. Als Drehbuch-Autor unterstützte ihn der Horror-erfahrene Gary Daubermann. Ob die neuen Darsteller der inzwischen erwachsenen Kinder mit der grandiosen Performance der Kinderschauspieler aus dem Horror-Schocker von 2017 mithalten können, verraten euch unsere Filmtester.

Inhalt

27 Jahre sind vergangen seit sich mehrere Kinder in der Kleinstadt Derry einem Monster in den Weg stellten und es scheinbar besiegten. Als Derry erneut von einer Mordserie heimgesucht wird, dämmert dem als Bibliothekar arbeitenden Mike Hanlon nach und nach, dass Es zurück ist. Lange ringt er mit sich, doch dann beschließt er, seine einstigen Freunde vom Club der Verlierer anzurufen. Die hat es längst in alle Winde zerstreut. Sie alle haben Derry in den Jahren nach dem schicksalhaften Sommer von einst verlassen und erinnern sich nicht einmal mehr daran, was damals passiert ist. Doch egal, ob Horror-Bestsellerautor Bill Denbrough, Star-Architekt Ben Hanscom oder Radiomoderator Richie Tozier, als sie der Anruf von Mike Hanlon mit der Erinnerung an ein altes Versprechen erreicht, wissen sie, dass sie aus irgendeinem Grund zurück nach Derry müssen. Doch bevor sie erneut den Kampf mit dem meist in Form des sadistischen Clowns Pennywise (Bill Skarsgård) auftretenden Biest bestehen können, müssen sie erst einmal sich erinnern, wer sie selbst einst waren.

Trailer

Kritik

Vorab muss eines gesagt werden – ‚Es – Kapitel 2‘ ist definitiv ein Film für Hartgesottene. Selbst wer Horrorfilme ansonsten gut verkraftet, muss bei diesem 170-minütigen Streifen das ein- oder andere mal ganz tief Luft holen. Neben den bekannten, eher fiktiv zu verortenden Horrorelementen, Blut, Gemetzel, schnelle Schnitte und Jump-scares, kommt auch sehr weltlicher Horror zur Sprache. Der Film eröffnet sogar mit einer Hass-motivierten Attacke auf ein homosexuelles Paar, das auf der Straße auf brutalste Weise zusammengeschlagen wird. Auch häusliche Gewalt, Andeutungen von Kindesmissbrauch und das Mobbing aus dem ersten Teil spielen hier immer noch eine Rolle. All diese Thematiken bringt Andrés Muschietti mit einer so beängstigenden Ernsthaftigkeit ein, dass es manchmal schwerfällt, weiter hinzuschauen.

Doch trotz aller Ernsthaftigkeit – ‚Es – Kapitel 2‘ hat auch sehr viele humorvolle, romantische und traurige Momente zu bieten. Für einen Horrorfilm wurde im Saal sogar ausnehmend häufig gelacht. Schauspielerisch stehen die neuen, erwachsenen Darsteller des „Clubs der Verlierer“ denen aus dem ersten Teil übrigens in nichts nach. Jessica Chastain spielt die erwachsene Beverly Marsh, James McAvoy übernimmt die Rolle des erwachsenen Bill Denbrough von Jaeden Martell, und so weiter. Auch Richie Tozier – desen Jungschauspieler Finn Wolfhard bekannt ist aus der Netflix-Serie Stranger Things – bekommt ein prominentes, erwachsenes Pendant. Da er in den letzten 27 Jahren eine Karriere als Komiker hingelegt hat, wird er passenderweise vom US-Comedian und Schauspieler Bill Hader gespielt. Die jungen und die erwachsenen Darsteller geben sich den Staffelstab im Laufe des Films immer wieder an passenden Stellen in die Hand. Bill Skarsgård brilliert wieder als Stimme – und teilweise Gesicht – des Clowns Pennywise, obwohl hier natürlich auch häufig der Computer nachgeholfen hat.

Beim Thema Spezialeffekte braucht sich der Horrorschocker im übrigen überhaupt nicht zu verstecken. Die plastischen Manifestationen von „Es“, die in schaurig schöner Monstergestalt ihren Weg auf die Leinwand fanden, die teilweise grotesk bis surreal anmutenden Kulissen – und vor allem der Sound können voll und ganz überzeugen. Im C1 wurde das Sequel im Dolby-Atmos Kinosaal gezeigt – und dafür scheint er wie gemacht zu sein.

Insgesamt ein wirklich beeindruckender, unterhaltsamer und gelungener Horror-Schocker der Oberklasse – für jene, die sich trauen.

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