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Kinokritik: „Halloween“ – Michael Myers feiert sein Grusel-Comeback

22. Oktober 2018
Ab dem kommenden Donnerstag läuft "Halloween" im C1-Cinema Braunschweig. Im Interview erklären die Filmkritiker, wie sie den Gruselfilm fanden. Foto: C1 Cinema; Video/Text: Nick Wenkel
Braunschweig. Am kommenden Donnerstag feiert eine Horror-Ikone ihr großes Comeback auf der Kinoleinwand. Mit „Halloween" lässt Regisseur David Gordon Green den berühmten Serienmörder Michael Meyers wieder auf die armen Bewohner von Haddonfield los. Wie der Film bei den Horror-Fans im Kinosaal ankam, verraten wir in unserer Kinokritik.

Vor 40 Jahren hat John Carpenter für 300.000 Dollar einen Horrorschocker gedreht, der aufgrund seiner nervenzerreißenden Spannung, die ohne übertriebene Schockeffekte den Grusel in den Köpfen seiner Zuschauer auslöste, auch heute noch zu den Kultklassikern zählt. Nun kehrt er mit brachialer Gewalt wieder zurück. Sein Opfer damals wie heute: Jamie Lee Curtis. Aber dieses Mal ist sie nicht allein…

Die Handlung

Halloween setzt die Geschichte des allerersten Halloween-Klassikers 40 Jahre später fort – und ignoriert alles, was die bisherigen Fortsetzungen gemacht haben. Dazu gehört u.a. auch, dass Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) nicht mehr die Schwester von Küchenmesser-Fan Michael Myers ist, wie es in den Halloween-Filmen seit Teil 2 der Fall war. 1978, zur Zeit des Original-Halloween, war Laurie einfach eine Babysitterin, die es mit Michael Myers zu tun bekam. Nun ist er mit anderen hochgefährlichen Insassen vollkommen abgeschottet von der Außenwelt. Doch als Myers mit diesen verlegt werden soll, verunglückt der Gefangenentransport mitten in der Nacht auf offener Straße. Der Killer nutzt die Chance und flüchtet. Sein bestialischer Drang, Menschen zu töten, zieht ihn erneut nach Haddonfield, wo die Bewohner jetzt wieder um ihr Leben fürchten müssen. Doch Laurie ist nicht allein, denn sie hat inzwischen eine Tochter namens Karen und eine Enkelin: Allyson. Manche Wunden heilen nie – und wir dürfen uns auf ein grauenvolles Schlachtfest gefasst machen!

Alle Infos, Trailer und Tickets gibt es unter www.c1-cinema.de.

Der Trailer zum Film

Kritik

Genau 40 Jahre ist es her, dass John Carpenter mit „Halloween“ einen Horror-Film in die Kinos brachte, der bis heute unvergessen und in viele Aspekten auch unübertroffen bleibt. Anders sah es in den mittlerweile neun (!) weiteren Verfilmungen aus, die in ihrer Qualität wohl nur von der sinnfreien Chronik der Filmreihe unterboten wurde. Sieben Fortsetzungen, zwei Remakes, gehen auf das sicherlich ungewollte Konto von Michael Myers, alle waren nicht annähernd so gut, wie das Original. Doch das soll sich nach vier Jahrzehnten nun endlich ändern. Mit „Halloween“ ignoriert Regisseur David Gordon Green nämlich alle Teile, bis auf den ersten. Heißt: Michael ist im Hochsicherheitstrakt und Laurie, wie schon damals gespielt von Jamie Lee Curtis, ist mehr oder weniger wohlauf und am Leben. Was für den einen oder anderen Kinogast vielleicht zunächst für leichtes Stirnrunzeln sorgt, zahlt sich im Endeffekt allerdings aus. Denn unter der Berücksichtigung aller Teile, die bereits veröffentlicht worden, wäre „Halloween“ wohl in diesem Jahr nie in die Kinos gekommen.

Wenig spannend, wenig Grusel

Wie erwähnt, übernahm in diesem Teil David Gordon Green die Regie. Dass der eigentlich eher für Komödien bekannte Filmemacher sich nun erstmals so richtig an einen Horrorfilm traut, kommt dem Grusel-Faktor nicht wirklich zugute. Klar, es gibt einige Stellen, an denen der Kinogast sicherlich in den Sessel gepresst wird. Doch für einen wirklichen Schocker-Streifen ist das leider nicht genug. Für Horror-Fans also ein kleiner Kritikpunkt, für kleine Angsthasen aber so dennoch sehenswert. Ähnlich verhält es sich mit der Story. Wer bei „Halloween“ eine komplexe Geschichte mit vielen Überraschungen und Wendungen erwartet, wird wohl etwas enttäuscht. Auch das Ende des Films ist recht überschaubar, wenn auch visuell nett umgesetzt.

Enormer Nostalgie-Faktor 

Womit „Halloween“ klar punktet, ist der Kultfaktor. Sobald die bekannte Halloween-Musik ertönt und man eine Jamie Lee Curtis nach so vielen Jahren erneut in der Rolle der Laurie sieht, sind die grausamen sieben Fortsetzungen vergessen und der Kinogast konzentriert sich ganz auf diesen Film. Auch schauspielerisch ist Curtis, wie eigentlich immer, herausragend. Die Chemie mit ihrer Filmtochter Karen, gespielt von Judy Greer, stimmt und die Mutter-Tochter-Szenen sind auf dem Punkt.

Fazit

Auch wenn der Film storytechnisch nicht die größten Geschütze auffährt, so kann man doch mit Fug und Recht behaupten, dass er sich wie eine direkt Fortsetzung zu Teil Eins anfühlt. Ein Aspekt, der nach so vielen Jahren bereits vorab von einigen in Frage gestellt wurde. Aber David Gordon Green und allen voran seine etablierten Schauspieler schaffen es, dem Film ein Hauch von 1978 zu verleihen.

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