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Kinokritik: Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes

14. Juni 2018
regionalHeute.de war wieder im Kino. Wir haben uns "Papst Franziskus" angeschaut. Foto: C1 Cinema/Video: Anke Donner
Braunschweig. Am gestrigen Mittwoch startete im C1 die Dokumentation "Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes". Der Film zeigt eine ganz besondere Seite des Kirchenoberhaupts und gibt Einblicke in das Leben und Wirken des 266. Bischofs von Rom. regionalHeute.de hat sich den Film von Regisseur Wim Wenders angeschaut und im Anschluss mit einigen Kinogästen gesprochen.

In „Papst Franziskus: Ein Mann seines Wortes“ begleitet Wenders das Publikum auf einer persönlichen Reise mit Papst Franziskus. Im Zentrum dieses Porträts stehen die Gedanken des Papstes, alle ihm wichtigen Themen, aktuelle Fragen zu globalen Herausforderungen und sein Reformbestreben innerhalb der Kirche. Das visuelle Konzept des Filmes lässt den Zuschauer mit dem Papst von Angesicht zu Angesicht sein. Ein Gespräch zwischen ihm und – im wahrsten Sinne – der Welt entsteht.

Inhalt

Kein Geringerer als Wim Wenders, der schon für drei Dokumentarfilme Oscar-Nominierungen erhielt, porträtiert hier mit erstaunlichen Kinobildern den charismatischen “Papst der Dritten Welt”, Papst Franziskus, der sich bewusst nach Franz von Assisi benannt hat und dessen Regeln von Bescheidenheit und Anteilnahme tatsächlich vorlebt. Präsentiert werden dessen politisch durchaus radikale Ansichten in Sachen Ökologie, sozialer Gerechtigkeit oder Konsumgesellschaft. Immer wieder kommt Wenders dem Papst hautnah, durfte gar im Papamobil mitfahren, und gewährt ihm die Kraft seiner Worte: Mehrfach erhielt er Interview-Audienz im Vatikan. Er postierter die Kamera dabei so raffiniert, dass der Befragte wie Auge in Auge mit dem Zuschauer wirkt. In Zeiten von zunehmendem Zynismus in der Welt ein wichtiges wie ansteckendes Biopic über einen ebenso bescheidenen wie charismatischen Sinnstifter. Wenders begleitet den Papst auch bei dessen zahlreichen Reisen rund um den Globus und zeigt Franziskus etwa bei den Vereinten Nationen, im US-Kongress und in Jerusalem.

Der Trailer zum Film:

Kritik

Wer hier tiefe Einblicke in das Privatleben des Pontifex erwartet, liegt falsch. Vielmehr rückt in der Dokumentation das Denken des Kirchenoberhaupts in den Fokus. Gespickt wird der Film von vielen Ausschnitten, die Papst Franziskus bei seinen zahlreichen Reisen durch die ganze Welt zeigen. Szenen, die berühren – auch wenn man der Kirche nicht ganz so nahe steht. Und auch die Worte Papst Franziskus treffen einen, lassen nachdenken und innehalten. Hier wird deutlich, wie sehr Jorge Mario Bergoglio, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, an der Hoffnung festhält, die Welt könnte irgendwann zu einem besseren Ort werden. Aber sie beleuchten auch seine Einsicht, dass der Mensch durch Kriege, Umweltsünden, übermäßigem Reichtum und Machtkämpfe dabei ist, das höchste Gut zu zerstören.

Wer Kritik an der Kirche sucht, wird sie hier nicht finden. „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ konzentriert sich auf die Sicht der Kirche, beziehungsweise des Papstes, auf die Welt, und nicht umgekehrt. Aber es ist ein Film, der keine Langeweile aufkommen lässt. Interessiert folgt man den Worten, lässt sie auf sich wirken. Und gerade all jenen, denen der Katholizismus eher fremd ist, sei der Film wirklich ans Herz gelegt. Er wird sicher nicht dazu führen, Menschen in ihrer Einstellung zu bekehren. Aber er wird vielleicht dazu führen, dass etwas mehr Toleranz und Akzeptanz herrscht. Ganz im Sinne von Papst Franziskus I. 

 3,5 von 5 regionalHeute.de-Punkten

Tickets für Papst Franziskus und andere Vorstellungen im C1 Cinema gibt es hier.

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