Klettern (fast) wie Tarzan

14. April 2015 von
So sieht der Einführungsparcours aus: Benjamin-Julian Grond (l.) und der Geschäftsführer der Betreiber-Firma No-Limit, Fatih Türk, zeigen, wie die Besucher in die Kunst des Kletterns eingeführt werden. Foto: Sina Rühland

Braunschweig. Die Stadtverwaltung sprach sich für den Standort aus, Naturschützer dagegen. Der monkeyman-Hochseilgarten im Timmerlaher Busch feiert nun nach einigen Monaten der Verzögerung in dieser Woche die offizielle Eröffnung. BraunschweigHeute.de hat sich vorab in dem Kletterpark umgeschaut.

Hochseilgarten, Kletterpark, Monkeyman, Foto: Sina Rühland

Benjamin-Julian Grond zeigt, wie das Klettern im Wald funktioniert. Foto: Sina Rühland

Wie Tarzan durch die Lüfte schweben – so einfach soll das Klettern in den Hochseilen zwar nicht sein, ein erhabenes Gefühl könnte es wohl allemal werden. Der neue Hochseilgarten am Ende des Madamenweges soll in dieser Woche für Besucher öffnen. Drei Einsteiger- und fünf Hauptparcours sind auf dem 70.000 Quadratmeter großen Waldgrundstück zu finden. Seile, die sich zwischen Bäumen, Plattformen und Hindernissen schlängeln, ein Häuschen, in dem man die nötige Ausrüstung erhält. Doch bis der Klettergarten so weit war, sprachen sich Naturschutzverbände und einige Ratsmitglieder dagegen aus – Stimmen, die für einen anderen Standort plädieren, gibt es noch immer. Der Fraktionsvorsitzende der BIBS, Dr. Wolfgang Büchs, sagt, dass man eben nicht gegen ein Kletterpark sei, sondern lediglich gegen den gewählten Standort.

Stimmen gegen den gewählten Standort

Dr. Wolfgang Büchs: „Das betroffene Waldgebiet (Timmerlaher Busch) ist laut Landschaftsrahmenplan aufgrund der dort lebenden Fauna und Flora als Fläche eingestuft worden, die die Voraussetzungen erfüllt, unter Naturschutz gestellt zu werden. Ursache für diese Einstufung war übrigens nicht der Dachs, sondern andere, wesentlich seltenere und störungsempfindlichere Arten. Beispielsweise werden brütende Greifvögel durch die unvermeidlichen Lärmemissionen eines Klettergartens über große Entfernungen gestört beziehungsweis nehmen den Timmerlaher Busch gar nicht mehr als Bruthabitat an. Insofern spielt es auch keine Rolle, dass nur eine kleine Ecke des Timmerlaher Buschs als Klettergarten genutzt werden soll. Der Status ‘Naturschutzgebiet‘ hätte eine Nutzung auch nur von kleinen Teilen des Gebietes in Form eines Klettergartens in keinster Weise zugelassen.“ Weiter kritisiere die BIBS die unvollständige Informationspolitik der Stadtverwaltung.

Kein Gespräch gesucht

Auch der Geschäftsführer der Betreiber-Firma des Hochseilgartens Fatih Türk meldet sich zu Wort. Er habe Verständnis, dass sich Menschen um die Umwelt sorgen und sich nicht jeder für den Kletterpark ausspreche, sagt er. Jedoch hätte keiner der Kritiker das Gespräch mit ihm gesucht. „In den vergangen Monaten hat keiner der Verbände oder Ratsfraktionen versucht mit mir zu sprechen. Der einzige Versuch eines Gespräches kam von mir und betraf den BUND.“ Mit dem Ratsbeschluss des vergangenen Jahres seien indes auch keine kritischen Anmerkungen mehr bei ihm eingetroffen, erzählt er. Ohnehin seien die erteilten Auflagen streng. Ein Aufgabenkatalog solle sicherstellen, dass sämtliche Richtlinien eingehalten würden. „Wir haben immer wieder die Parcours-Führung geändert, um keine der umliegenden Bäume in Mitleidenschaft zu ziehen.“ Auch für die nötigen Plattformen, auf denen die Besucher starten oder pausieren könnten, habe man das Gehölz nicht angegriffen. „Die Plattformen sind ähnlich wie ein Gürtel befestigt. Klemmen halten die Stationen so, dass kein Besucher gefährdet und kein Baum beschädigt wird.“  Alles in allem habe Türk viel positives Feedback von den Braunschweigern erfahren, erzählt er. „Ich glaube, die Leute freuen sich auf den Park.“

Klettern in zwölf Meter Höhe

Hochseilgarten, Kletterpark, Monkeyman, Foto: Sina Rühland

Der monkeyman-Hochseilgarten im Westpark ist für Besucher ab zehn Jahren geeignet. Foto: Sina Rühland

Besucher ab 10 Jahren dürfen sich ab dem 16. April einen eigenen Eindruck von dem Hochseilgarten machen. Die feierliche Eröffnung für die Öffentlichkeit findet am Samstag, 18. April, statt. Bis dahin seien noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, sagt Mitarbeiter Benjamin-Julian Grond. Der fünfte und letzte Parcours soll im Laufe des Jahres fertig gestellt werden. Die insgesamt acht Touren durch die Baumwipfel befinden sich in eine Höhe zischen 1,50 Meter und 12 Meter Höhe. „Am Anfang steht erstmal die Einführung. Dort zeigen unsere ausgebildeten Trainer den Anfängern, wie man sicher und richtig klettert“, erzählt Grond.

Auf ein paar Dinge sollte der Besucher achten – zum Bespiel auf die geeignete Kleidung. Bequem und waldtauglich sollte sie sein. Die nötigen Gurte erhält man vor Ort. „Am Anfang muss man sich auf das Schwingen der Seile einstellen, weiter ist es wichtig, nicht nur die Arme beim Klettern zu benutzen.“ Der Muskelkater im Arm erfolge ansonsten inklusive. „Geeignet ist der Hochseilgarten für Kinder ab zehn Jahren, allerdings müssen sie bis 14 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen sein. Ab dem 14. Lebensjahr brauchen Jugendliche eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten“, erklärt Grond. Falls ein Besucher Schwindel, Höhenangst oder ein anderes Unwohlsein verspüre, sei umgehend einer der Trainer zur Stelle. Zu den regulären Öffnungszeiten sollen sich permanent Trainer in dem Areal aufhalten. Nachts werden die Leitern, die zu den Plattformen hochführen, nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

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