Kommunalpolitiker testet Braunschweig im Rollstuhl

5. Dezember 2018
Das Team: Heidemarie Fuchs (Selbsthilfegruppe), Wolfgang Neltner (SoVD), Monika Rohde (Selbsthilfegruppe), Reiner Knoll (SoVD) und Carsten Degering-Hilscher (Bezirksbügermeister Veltenhof/Rühme). Foto: SoVD-Kreisverband Braunschweig
Braunschweig. Carsten Degering-Hilscher, Bezirksbürgermeister Veltenhof/Rühme und normalerweise gut zu Fuß, hat im Rollstuhl sitzend die Braunschweiger Innenstadt und den öffentlichen Personennahverkehr getestet. Der SoVD-Kreisverband Braunschweig berichtet in einer Pressemitteilung.

Organisiert wurde die Aktion von Reiner Knoll, 1. Kreisvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) in Braunschweig, mit Unterstützung der Selbsthilfegruppe „Rollstuhlfahrer Braunschweig“. „Ohne Hilfe hätte ich viele Barrieren als „Rolli-Neuling“ gar nicht überwinden können“, sagte Degering-Hilscher.

Start war am Bäckerklint beim SoVD – Richtung Innenstadt. Bereits bei der Brüdernkirche ging es los. Die verlegten Platten hätten zum Teil große Löcher und das Spaltmaß der Platten sei so groß, dass man mit den Rädern des Rollstuhls stecken bleibe. Verschiedene Bordsteine auf dem Weg wären ebenso problematisch. Auf dem Kohlmarkt habe eine große Kabelabdeckung die Weiterfahrt für den Kommunalpolitiker unmöglich gemacht. Am Bankplatz habe eine für die Müllabfuhr herausgestellte Mülltonne auf einem schmalen Bürgersteig das Vorankommen erschwert. Auch abgestellte Fahrräder oder parkende Autos auf schmalen Wegen waren Barrieren. Die Straßenbahnfahrt mit dem Rollstuhl wäre jedoch problemlos verlaufen.

Bürokratische Barrieren

„Man muss bedenken, dass nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch Fußgänger mit Rollatoren oder auch Kinderwagen von diesen Barrieren betroffen sind“, sagte Heidemarie Fuchs von der Selbsthilfegruppe der Rollstuhlfahrer. „Die Bauämter sollten sich mit dem Thema mehr beschäftigen“, fuhr sie fort. Carsten Degering-Hilscher gab der Test noch weitere Perspektiven für die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap. „In meinem Stadtteil Veltenhof gibt es einige Bushaltestellen, keine davon ist aktuell niederflurgerecht gestaltet. Politisch habe ich mich bereits für die Einrichtung einer solchen Haltestelle stark gemacht – spätestens 2021 soll nun auch in Veltenhof eine niederflurgerechte Haltestelle installiert werden. Vorher müssen aber noch bürokratische Barrieren überwunden werden“, so der Kommunalpolitiker.

Der SoVD führt niedersachsenweit die Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“ zum Thema Inklusion durch. Diese Aktion war einer der Braunschweiger Beiträge zu dieser Kampagne.

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