Küch fürchtet, dass LAB zum Sammelbecken für Kriminelle wird

14. Februar 2017 von
Stefan Weinmeister, Wolfgang Klages und Ulf Küch, alle Polizei Braunschweig, bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik. Foto: Braumann
Braunschweig. Am heutigen Dienstag hat die Polizeiinspektion Braunschweig die Kriminalstatistik für das Jahr 2016 vorgestellt. Die Körperverletzungesdelikte sind leicht angestiegen, Kripo-Chef Ulf Küch fürchtet, dass die LAB mehr und mehr zum Sammelbecken für Kriminelle wird.

In Braunschweig wurden im Jahr 2016 23.902 Straftaten registriert. Das sind 1.595 Straftaten weniger als im Jahr 2015 und bedeutet einen Rückgang von 6,26 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt bei 59,25 Prozent. Kripo-Chef Ulf Küch sagte: „Viele haben geunkt, dass die Stadt mit Kriminalität überhäuft wird, auch in Bezug auf die Flüchtlinge. Die Zahlen zeigen nun etwas anderes. In keinem Augenblick haben wir die Kontrolle in Kralenriede verloren. Wir greifen wiederholt auf beschleunigte Verfahren durch. Kommst du nach Braunschweig und benimmst dich daneben, dann hast du ein Problem, dies ist in den Köpfen angekommen“, so Küch. Dennoch stelle man in letzter Zeit fest, dass die LAB immer mehr zum Sammelbecken für Kriminelle werde. „Es zeichnet sich die Tendenz ab, dass wir nun nicht mehr Kriegsflüchtlinge in der LAB haben, es sind nun Menschen dabei, die eigentlich abgeschoben werden müssen und überhaupt nicht in die LAB gehören. Das sind Personengruppen, die hierher gekommen sind, um Straftaten zu begehen und haben nichts mit den Kriegsflüchtlingen zu tun“, so Küch.  Das müsse man sehr genau im Blick behalten.

Enger Austausch mit der LAB

„Man befinde sich im engen Austausch mit der LAB, um dieser Thematik zu begegnen. Insgesamt habe man im letzten Jahr 9.791 Tatverdächtige in der Stadt gehabt. Davon sind 1307 tatverdächtige Flüchtlinge. Die SOKO Zerm habe im vergangenen Jahr 1.255 Straftaten endbearbeitet, davon seien 51, 79  Prozent Diebstähle und 14,42 Prozent Körperverletzungen. Es habe 135 Festnahmen gegeben, davon 20 Haftbefehle mit Verurteilungen.  Klar sei auch: „Die Menschen müssen keine Sorge haben, wir haben die Lage im Griff, die Sorgen müssen sich die Straftäter machen, die sich hier daneben benehmen.“

Generelle Daten

Die Gewaltdelikte in der Stadt sind leicht angestiegen, in einer Langzeitbetrachtung liege aber alles im Schnitt, so Küch. Anders sehe es bei Häuslicher Gewalt aus, hier verzeichne man seit Jahren einen Anstieg, mittlerweile auf 712 Fällen. Auch die Gewalt gegen Polizisten in der Stadt ist weiter angestiegen, so Küch.  Die Diebstahlsdelikte sind dagegen um 13,61 Prozent gesunken. Insgesamt gab es 720 Fälle. Auch bei den Einbrüchen und beim KFZ-Diebstahl gab es einen Rückgang. Insgesamt kamen 209 Fahrzeuge weg. „Es sind weiterhin sehr wichtige Themen an denen wir unbedingt dran bleiben müssen.“ Beim Ladendiebstahl merke man einen deutlichen Rückgang von 2,241 auf 1.660, die Aufklärungsquote liege bei über 90 Prozent.

Der Enkeltrick-Betrug nehme mittlerweile apokalyptische Züge an. Die Bevölkerung werde immer älter, in einigen Stadtteilen liege der Anteil der 60-Jährigen bei über 50 Prozent. Das würden sich die Betrüger zu eigen machen. Mit dem Enkeltrick konnten 2016 rund 670.000 Euro erbeutet werden. Die Zahlen zur Internetkriminalität befand Küch als wenig aussagekräftig, es gab 804 Fälle, hier werde es eine große Dunkelziffer geben, berichtet der Kripo-Chef.

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