Landesbischof Dr. Christoph Meyns: „Die Zuversicht gewinnt“

19. Dezember 2018
Symbolfoto: Anke Donner
Braunschweig/Wolfenbüttel. Der braunschweigische Landesbischof Dr. Christoph Meyns hat in seiner Weihnachtsbotschaft daran erinnert, dass kein Mensch der Verzweiflung überlassen sei. Das geht aus einer Pressemitteilung der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig hervor.

Von Weihnachten gehe ein Licht des Vertrauens aus, „dass unsere Welt und unser eigenes Schicksal einen guten Weg nehmen können“. Gott komme zur Welt, und mit ihm der Glaube an die Möglichkeit einer neuen und besseren Zukunft, so Meyns.

Auch wenn zu Weihnachten die Brüchigkeit des Lebens noch stärker als sonst zu spüren sei, warnte der Landesbischof davor, das Feld den Schwarzmalern und Propheten des Untergangs zu überlassen. Trotz terroristischen Anschlägen, politischen Turbulenzen wie dem Brexit oder Enttäuschungen beim jüngsten Weltklimagipfel sei Verzweiflung nicht das letzte Wort. Vielmehr wecke das Licht Gottes neue Lebenskräfte.

Durch Weihnachten verliere die Dunkelheit ihre Macht, so Meyns: „Wir können uns dem Leben mit neuer Zuversicht zuwenden. Und dann tatkräftig ein Licht für andere sein.“

Die Botschaft im Wortlaut

Nachfolgend können Interessierte die gesamte, ungekürzte Weihnachtsbotschaft im Wortlaut nachlesen.

„„Das Licht scheint in der Finsternis“ (Johannes 1,5)

Man könnte verzweifeln: Ein Terrorist erschießt wahllos Menschen auf dem Weih- nachtsmarkt in Straßburg. Der Brexit ist noch nicht einmal vollzogen, da hat er schon tiefe Wunden in Europa geschlagen. Und wer auf eine wirksame Begrenzung des Klimawandels hofft, kann nach dem jüngsten Weltklimagipfel nur enttäuscht sein.

Wir spüren zu Weihnachten die Brüchigkeit des Lebens noch stärker als sonst. Und auch die Verletzungen und Abbruchkanten im eigenen Leben schmerzen jetzt besonders.
Umso wichtiger ist die Botschaft, die von Weihnachten ausgeht: „Das Licht scheint in der Finsternis.“ Die Bibel beschreibt das nicht als ein Ereignis aus der Vergangenheit, sondern als Gegenwart. Das Licht scheint hier und jetzt und für alle, die sich danach sehnen. Für die Christen trägt dieses Licht den Namen Jesus Christus. Sie verbinden mit ihm die Nähe Gottes unter den Menschen.

Für mich heißt das: Niemand von uns ist der Verzweiflung überlassen. Im Gegenteil: Freude und Licht sind das Ziel unseres Lebens. Von Gott geht keine Finsternis aus. In seinem Licht wächst das Vertrauen, dass unsere Welt und unser eigenes Schicksal einen guten Weg nehmen können. Gott kommt zur Welt, und mit ihm der Glaube an die Möglichkeit einer neuen, besseren Zukunft.

Der Pfarrer und Bürgerrechtler Martin Luther King erzählt davon, wie er vor Erschöpfung und Angst aufgeben wollte. Er war am Ende. Bis ihm im Gebet die Nähe Gottes so spürbar wurde, dass er später diese Erfahrung mit einem alten Weisheitswort schilderte: „Die Furcht klopfte an die Tür. Der Glaube antwortete. Niemand trat ein.“

Überlassen wir das Feld nicht den Schwarzmalern. Lassen wir uns nicht anstecken von den Propheten des Untergangs. Ja, man könnte verzweifeln. Aber man muss es nicht. Christen glauben: Das Licht Gottes weckt neue Lebenskräfte. Die Dunkelheit verliert ihre Macht. Wir können uns dem Leben mit neuer Zuversicht zuwenden. Und dann tatkräftig ein Licht für andere sein.

Ich lade Sie ein, sich an den Weihnachtstagen dieser Botschaft vom Licht, von der Hoffnung und der Freude anzuvertrauen. Ob in den Gottesdiensten, bei festlicher Musik oder beim Zusammensein mit den Menschen, die ihnen am Herzen liegen: Überall kann uns das Licht erreichen, das in der Finsternis scheint.
Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten!“

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