Landessynode für neue strategische Ausrichtung des Gebäudebestands

25. Mai 2019
Symbolfoto: Alexander Panknin
Braunschweig. Die Landeskirche Braunschweig will die Zahl ihrer Gebäude besser an die künftigen Bedarfe anpassen. Das hat die Landessynode bei ihrer jüngsten Sitzung am 25. Mai in Braunschweig beschlossen. Ziel ist es, in den Kirchengemeinden und auf der Ebene der Landeskirche eine neue strategische Ausrichtung zu erreichen. Dies teilt die Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig mit.

Wie Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer deutlich machte, gebe es auf dem Gebiet der Landeskirche insgesamt 1.438 Gebäude, darunter etwa 400 Kirchen und Kapellen, außerdem viele hundert Gemeinde- und Pfarrhäuser, Kindergärten und Verwaltungsgebäude. Nicht zuletzt aufgrund sinkender Mitgliederzahlen müsse die Zahl der Gebäude verringert werden, so Mayer. Jedes Jahr investiere die Landeskirche 5,7 Millionen Euro in die Instandhaltung.

Wert der Gebäude in der Landeskirche unbekannt

Bei verschiedenen Präsentationen sei klar geworden, dass die meisten Gebäude allerdings nicht im Eigentum der Landeskirche, sondern der Kirchengemeinden sind. Lediglich 22 Gebäude gehören der Landeskirche im engeren Sinne. Wie Mayer informierte, werden diese derzeit im Rahmen eines neuen Finanzsystems, der Erweiterten Kameralistik, bewertet, um Erkenntnisse über den Werteverlust und die notwendigen Mittel für den Substanzerhalt der Gebäude zu gewinnen. Ähnliche Maßnahmen würden in fünf Pilotgemeinden getroffen. Über eine Einführung der Erweiterten Kameralistik in allen Kirchengemeinden müsse die Landessynode indessen noch in den nächsten Jahren entscheiden.

Wie Sebastian Seebauer aus der Finanzabteilung im Landeskirchenamt darlegte, sei zwar die Zahl der Gebäude in der Landeskirche bekannt, nicht aber deren Wert. Deshalb sei die Erweiterte Kameralistik ein gutes Messinstrument, um Schlüsse über den künftigen Umgang mit den Gebäuden zu ziehen. Insbesondere müsse stärker differenziert werden, welche Gebäude Renditen erzielen können und welche für die kirchliche Arbeit zwingend notwendig seien. Vor diesem Hintergrund sei zu fragen: Wo brauchen wir welche Gebäude, und welche Gebäude können wir uns noch leisten?

Leerstände vermeiden

Christian Ferchland, Vorstand der Evangelischen Bank (Kassel), habe die Landessynode ermutigt, genauer die Auslastung der kirchlichen Gebäude in den Blick zu nehmen. Er stellte eine Bestandsaufnahme zum Immobilienmanagement der Kirchen vor. Kirchengebäude und Gemeindehäuser würden dabei vergleichsweise geringe Auslastungen verzeichnen, im Gegensatz zu Kindergärten und Pfarrhäusern. Deshalb sei es sinnvoll, über erweiterte Nutzungskonzepte nachzudenken, um Leerstand zu vermeiden. Ferchland regte unter anderem gemeinsame Nutzungen mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren an.

Wie Martin Schuseil, Leitender Landeskirchenbaurat, deutlich machte, gebe es in der Landeskirche bereits seit einigen Jahren Projekte zur Umnutzung von Kirchen. Er zeigte Beispiele, wie Gemeinderäume in Kirchengebäude eingefügt wurden. Außerdem präsentierte er Beispiele der energetischen Sanierung von Gebäuden. Ein spezielles Programm habe dazu geführt, dass in den vergangenen fünf Jahren rund 50 Gebäude mit fünf Millionen Euro instandgesetzt werden konnten. Mitglieder der Synode hätten sich dafür ausgesprochen, das Programm auch in Zukunft fortzusetzen.

Die unverminderte Bedeutung von Kirchengebäuden habe Dr. Sonja Keller, Junior-Professorin für Praktische Theologie an der Universität Hamburg unterstrichen. Sie seien Ermöglichungsräume für spirituelle Erfahrungen sowie Orte für kulturelle Anlässe und das soziale Miteinander vor Ort. Keller diagnostizierte eine Nutzungsverschiebung des Kirchengebäudes zum „Kultur- und Gemeinschaftsraum“.

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