Mehr Wohnungen, weniger Gewerbe: Neue Pläne für die „Bahnstadt“

20. Januar 2019
Ein gigantisches Bauprojekt ist für den Bereich zwischen Bahnhof und A 39 geplant. Symbolfoto: pixabay
Braunschweig. Das Projekt "Bahnstadt", Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) und einer der wichtigsten Bausteine der Braunschweiger Stadtentwicklung in den nächsten Jahren, soll eine weitere Hürde nehmen. Das teilt die Stadt Braunschweig mit. Um die Aussichten auf Förderung zu verbessern, wurden einige Änderungen vorgenommen.

Im Sommer hatte der Rat beschlossen, den Umbau der brachliegenden oder demnächst nicht mehr genutzten Flächen der Deutschen Bahn südöstlich des Hauptbahnhofs zur Förderung durch Bund und Land beim Land Niedersachsen anzumelden. Das Gebiet zwischen Bahnhof und A 39 soll umstrukturiert und mit Wohn- und gewerblichen Nutzungen neu entwickelt werden.

Die Stadt erklärt sich bereit, sich bei einer Laufzeit von voraussichtlich 15 Jahren mit einem Drittel an den förderfähigen Kosten zu beteiligen. Im Dialog mit dem Fördergeber ist unterdessen, wie seinerzeit dargelegt, die Gebietsabgrenzung abschließend festgelegt worden. Die überarbeitete Programmanmeldung schlägt die Verwaltung nun dem Rat zur Beschlussfassung vor.

Neues Stadtquartier soll geschaffen werden

„Mit der Bahnstadt wollen wir auf einer Fläche von rund 82 Hektar eines der größten Stadtumbaugebiete Niedersachsens entwickeln und ein ganz neues Braunschweiger Stadtquartier schaffen“, sagt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. „Die Bahnstadt hat immenses Potenzial für ein attraktives urbanes Wohnquartier mit einem hohen Anteil an bezahlbarem Wohnraum und interessanten Standorten für Gewerbe und Forschungseinrichtungen“.

Die Stadtverwaltung bewirbt sich für ein Fördervolumen von rund 21 Millionen Euro mit einem Eigenanteil von rund 7 Millionen Euro. Ein Beschluss über die Aufnahme in das Förderprogramm wird nach der Sommerpause in diesem Jahr erwartet. Wenn der Rat der überarbeiteten Programmanmeldung zustimmt, wird es im Nachgang eine öffentliche Informationsveranstaltung über den veränderten Gebietsumgriff geben. Die Bürgerinnen und Bürger werden außerdem an der Planung beteiligt.

Wie im vergangenen Sommer angekündigt, hat der Fördergeber, das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU) die Programmanmeldung geprüft. In Abstimmung mit dem MU und dem Amt für regionale Entwicklung wurden dann Gebietsabgrenzung und Förderschwerpunkte modifiziert. Teile wurden aus dem Umgriff herausgenommen, andere ergänzt.

Die neue Stadtumbaugebietsabgrenzung. Grafik: Stadt Braunschweig

Wohngebiet an der Ackerstraße mit aufgenommen

Neu in das Projektgebiet aufgenommen wurde das Wohngebiet an der Ackerstraße entlang der Straßen Tilsit-, Tannenberg-, Masuren- und Königsberger Straße. Im Bereich Mitte sind, wie in der Programmanmeldung vom Juni 2018, unverändert die Maßnahmen zur Entwicklung eines Wohngebietes im Bereich der stillgelegten Gleisharfe enthalten, verbunden mit dem Abbruch der Stützmauer an der Borsigstraße, um den Bebelhof zum neuen Quartier hin zu öffnen.

Der Gebietsumgriff umfasst nach wie vor im Bereich Nord den Hauptbahnhof Südeingang mit attraktiven Flächen für öffentliche Nutzungen und Potenzialen für neue Bürostandorte, die Entwicklung eines urbanen Stadtquartiers am Hauptgüterbahnhof mit Wohneinheiten und einer Entlastungsstraße. Der südliche Bereich erstreckt sich über das denkmalgeschützte Gebäudeensemble des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks sowie den Bereich zwischen Bebelhof und der Autobahn 39 mit Kleingärten und Sportanlagen. Neu aufgenommen wurde hier ein Teil des Wohngebietes Bebelhof entlang der Straßen Borsigstraße, Limbeker Straße, Frieseweg, Kruppstraße, Rischkampweg und Schefflerstraße. Hier ist geplant, das Wohnumfeld zu verbessern. Als weitere Maßnahme im südlichen Bereich ist der Neubau einer Entlastungsstraße vorgesehen, um das Wohngebiet Bebelhof und insbesondere die Borsigstraße vom Durchgangsverkehr zu befreien.

Schwerpunkt muss auf Wohnraumentwicklung liegen

Für die Förderfähigkeit entscheidend ist, dass ein Schwerpunkt im Stadtumbaugebiet „Bahnstadt“ auf der Wohnraumentwicklung liegt. In Wohnneubaugebieten wird seitens des Landes ein Anteil von 30 Prozentsozialem Wohnungsbau in Mehrfamilienhäusern gefordert. Die Erschließung und Neuordnung von gewerblichen Flächen musste daher zugunsten des Wohnens reduziert werden. Darüber hinaus spielt die Verbesserung des direkten Wohnumfeldes eine wesentliche Rolle bei der Aufwertung des Bebelhofes und der Wohngebiete an derAckerstraße.

Ringgleis nicht im Förderprogramm berücksichtigt

Die im Juni noch vorgesehenen Maßnahmen das Ringgleis inklusive Brücken betreffend können nach Aussagen des Fördergebers derzeit nicht innerhalb des Förderprogrammes „Stadtumbau“ berücksichtigt werden. Für diese Maßnahmen wird parallel mit dem Fördergeber nach alternativen Fördermöglichkeiten gesucht, um diese zu einem späteren Zeitpunkt oder im Rahmen eines anderen Förderprogramms anzumelden. Die Aufnahme von derzeit noch aktiven Bahnanlagen, wie zum Beispiel das DB Regio-Ausbesserungswerk, kann noch nicht jetzt, sondern erst nach Aufgabe der Bahnnutzung beantragt werden. Solche Gebietserweiterungen sind seitens der Stadt zukünftig beabsichtigt.

Der Planungs- und Umweltausschuss beschäftigt sich 30. Januar mit den Plänen, der Verwaltungsausschuss am 5. Februar. Die Entscheidung trifft der Rat in seiner Sitzung am 12. Februar.

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