Mikroplastik im Trinkwasser? Keine Untersuchung vorgesehen

16. April 2018 von
Mikroplastik im Trinkwasser? In Braunschweig wird dies nicht untersucht. Symbolfoto: Archiv
Braunschweig. "Ist Mikroplastik im Trinkwasser auch in Braunschweig ein Problem?" wollte die CDU-Ratsfraktion in Stadtbezirksrat Innenstadt von der Verwaltung wissen. Dies zu untersuchen sei nicht Bestandteil der aktuellen Trinkwasserverordnung, heißt es in der Antwort, die dem Gremium am Dienstag vorgelegt wird. Man sehe aber kein größeres Risiko.

Bisher sei Mikroplastik in der Trinkwasserversorgung in Braunschweig kein Thema gewesen. Es sei auch nicht in Fachgremien, wie beispielsweise im „Gesprächsforum der niedersächsischen Gesundheitsingenieure“, angesprochen worden. Eine Rückfrage bei dem örtlichen Wasserversorger BS Energy habe ergeben, dass das Trinkwasser in Braunschweig bislang nicht auf Mikroplastik untersucht wurde.

Mikroplastik sei kein Parameter, der nach gültiger Trinkwasserverordnung (TVO) untersucht werde. Das Gesundheitsamt Braunschweig sei zuständig für die Untersuchung des Trinkwassers nach der TVO. Insofern könne das Gesundheitsamt die zuverlässige Aussage treffen, dass es keinen gesetzlichen Auftrag zu Untersuchungen auf Mikroplastik in der TVO gebe.

Untersuchung nur mit großem Aufwand

Die TVO sei in den letzten Jahren mehrfach novelliert worden, neue Parameter wurden aufgenommen, andere Parameter aus der Verordnung zurückgenommen. Mikroplastik als Parameter sei bisher nicht enthalten und könne deshalb auch nicht oder nur mit sehr großem Aufwand von Laboren untersucht werden.

Eine Rücksprache mit Dr. Roland Suchenwirth, Abteilungsleiter der Abteilung Umweltmedizin, -hygiene und Epidemiologie im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt habe ergeben, dass aufgrund der Wasserversorgungslage – Versorgung über die Harzwasserwerke – Mikroplastik im Trinkwasser in Braunschweig eine definitiv untergeordnete Rolle spiele. Deutschlandweit oder sogar weltweit könne sich dies natürlich anders verhalten und müsse auch sehr ernst genommen werden.

Mikroplastikpartikel in den Talsperren sehr unwahrscheinlich

Laut Wasserversorger BS Energy stamme das Trinkwasser in Braunschweig aus den Talsperren im West-Harz. Dort gebe es keine Einleitung von Abwässern. Die Einzugsgebiete der West-Harz-Talsperren seien zu einem sehr hohen Prozentsatz bewaldet, damit nur gering durch Menschen genutzt. Diffuse Stoff-Einträge – etwa durch Siedlungen – würden durch die behördlich festgesetzten Trinkwasserschutzzonen vermieden. Daher sei ein Eintrag von Mikroplastikpartikeln in die Talsperren sehr unwahrscheinlich. Die Wasseraufbereitungsanlagen an den Wasserwerken der Trinkwassertalsperren im Harz hielten Partikel wirksam zurück. Auch Mikroplastik werde bei der Filtration zurückgehalten. Die weitgehende Partikelentfernung werde durch eine Filterstufe mittels Flockenfiltration gewährleistet.

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