Mondstill und traumblau: Zum Tod des Malers Günter Affeldt

15. Juni 2017
In der Kemenate an der Hagenbrücke sind Werke des verstorbenen Braunschweiger Künstlers zu sehen. Foto: Archiv/Sina Rühland
Braunschweig. Im Alter von 92 Jahren ist der in Braunschweig geborene Maler und Kunsterzieher Günter Affeldt gestorben. Die „kemenate-hagenbrücke“ zeigt einen Teil des Werkes mit Landschaftsbildern und Portraits unter dem Titel "mondstill und traumblau".

Als bedeutender Nachwuchsmaler wurde ihm 1957 der Rudolf-Wilke-Preis der Stadt Braunschweig verliehen. Seine Bilder gehörten über drei Dekaden zum festen Bestandteil der BBK-Ausstellungen (Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler). In seiner künstlerischen Spätphase ist es ruhig um ihn geworden, weil er sich als Maler völlig aus dem Ausstellungsbetrieb zurückgezogen hat. Ein Teil seines Werkes mit Landschaftsbildern, Figurationen und vor allem mit Portrait-Bildnissen ist als Dauerleihgabe in der Braunschweiger „kemenate-hagenbrücke“ zu sehen.

Affeldts Hinwendung zur Natur spiegelt sich in frühen Bildern nach 1945 wider. Er erlebte die kulturelle Wende im Deutschland der Nachkriegszeit und strebte in die „Freie Malerei“ an der wieder eröffneten Werkkunstschule in Braunschweig. Die Gemeinschaft der Studierenden in der alten Villa „Viewegsgarten“ und die Auseinandersetzung mit der Moderne haben schließlich zu seiner künstlerischen Tätigkeit geführt. Als die Abstraktion als neue Kunstströmung an Einfluss gewinnt, bleibt Affeldt dem Gegenständlichen treu – mit einem starken Bezug zu kompositorischer Strenge und gedämpfter, nachdenklicher Farbgebung.

Besonderes Augenmerk widmete er in seiner künstlerischen Tätigkeit den gezeichneten gemalten Portraits. Diese Herausforderung hat er immer wieder gesucht und den Charakter seiner Modelle erforscht und mit seinen malerischen Mitteln und abgewogener Farbnuancierung umgesetzt.

Im Schuldienst war Affeldt in Seesen und Goslar tätig. Als Kunsterzieher hat er mit seinen Goslarer Schülern beachtliche Erfolge in Kreativ-Wettbewerben erzielt. Sein Aktionsradius hat sich in seinem Spätwerk reduziert. Das heimatliche Goslar, der „Blick aus dem Fenster“, wurden seine Motive, die er bedächtig umsetzte. Eine Augenkrankheit, die sein Sehvermögen einschränkte, beendete sein künstlerisches Schaffen.

Sein malerisches Werk reicht vom expressiven Idealismus bis zum expressiven Realismus mit gelegentlichen Ausflügen in den Symbolismus. Seine Bilder – und das bezog sich auch auf ihn persönlich – sind in einer frühen Besprechung treffend als „mondstill und traumblau“ charakterisiert worden.

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