Neu geboren: Premium-Kinoerlebnis im Astor Filmtheater

9. Oktober 2019 von
Theaterleiter Frank Oppermann und Kinobetreiber Hans Joachim Flebbe gaben erste Einblicke, was es im neu konzeptionierten Astor Filmtheater zu sehen, zu hören und zu erwarten gibt. Überraschungsgast war der Musiker und Sänger Sascha Lien (mitte). Fotos/Podcast: Marvin König
Braunschweig. Am 10. Oktober eröffnet in Braunschweig ein Premium-Multiplexkino der Extraklasse: Aus dem C1 Cinema wird nach aufwändigen Umbaumaßnahmen das Astor Filmtheater. Doch nicht nur das Äußere hat sich hin zu einem moderneren, luxuriöseren und stimmungsvolleren Gesamtbild gewandelt, auch die inneren Werte und das neue Serviceangebot können sich sehen und hören lassen.

Seit 15 Monaten laufen im Hintergrund die Umbaumaßnahmen an den Kinosälen. Die geräumigen Sitzreihen, die breiten Ledersessel mit elektrisch ausfahrbarer Fußablage und die dekorativen Wandelemente mit dynamisch steuerbarer LED-Beleuchtung sind in den meisten Sälen schon seit geraumer Zeit geschätztes Inventar. Für die größeren Umbaumaßnahmen wurde das C1 Cinema am 22. September ein für alle Mal geschlossen. Am 10. Oktober wird das Kino dann offiziell als Astor Filmtheater neu geboren. „Das war ein sehr anspruchsvoller Zeitplan. Mindestens 20 Firmen waren auf der Baustelle tätig und die sind ja auch teilweise voneinander abhängig, weil ihre Arbeiten aufeinander aufbauen“, erklärt Hans-Joachim Flebbe, Kinobetreiber und Entwickler des „Premiumkino“-Angebots. Der 68-jährige Hamburger betreut deutschlandweit noch viele weitere, renommierte Kinos, unter anderem auch das Astor Filmtheater in Hannover, in welchem sich das Konzept schon bewährt hat.

Der Kinobesuch wird zum Erlebnis

Kinobetreiber Hans Joachim Flebbe und Theaterleiter Frank Oppermann im riesigen Kino 8.

Stolz präsentiert der Kinoinhaber zusammen mit Theaterleiter Frank Oppermann die Technik im Kino 8. Er beherbergt die größte Leinwand Niedersachsens mit einer Fläche von unglaublichen 264 Quadratmetern, die mit einer 4K Doppelprojektion der neuesten Generation bestrahlt wird. Was auffällt, ist die außerordentliche Beinfreiheit: „Wir haben die Anzahl der Sitzplätze von insgesamt 2.600 auf 1.800 Plätze verkleinert, um den Reihenabstand und die Beinfreiheit zu optimieren“, erklärt Flebbe. Das geschehe aus einem einfachen Grund: „Wenn wir gegen Streamingdienstleister wie Netflix bestehen wollen, müssen wir alle Vorteile herausstellen, die das Kino zu bieten hat.“ Hierzu gehört auch eine ausgefeilte Dolby Atmos Soundanlage mit 110.000 Watt Gesamtleistung, die sich wohl am besten mit „3D für die Ohren“ beschreiben ließe. Die Lautsprecher befinden sich bei diesem Konzept sogar unter der Decke und hinter der Leinwand und sorgen für einen nahtlos umlaufenden Sound. Das funktioniert sogar erstaunlich gut, wenn man nicht in der Mitte des Saales sitzt. Nach der Präsentation des Soundsystems, in dem ein Ausschnitt aus dem biografischen Filmdrama „Bohemian Rhapsody“ um die legendäre britische Rockband Queen gezeigt wird, geht die Musik jedoch weiter und der Sänger steht plötzlich direkt vor den Gästen des Presseempfangs – der Musiker Sascha Lien, selbst der Darsteller Freddie Mercurys in einem Queen-Musical – singt die Stücke „We will Rock you“ und „Another one bites the Dust“ für das verdutzte Publikum. Und das zeigt: Die Soundanlage kann auch für Live-Acts mehr als überzeugen. Denn auch für gelegentliche Live-Acts, Specials und Kunst ist das Astor Filmtheater nicht nur im Ton, auch in der Beleuchtung bestens gerüstet.

Auch wenn Dolby Atmos nur in Saal 8 präsentiert wird – aus dem simplen Grund, dass nur verhältnismäßig wenige Filme mit Atmos-Tonspur in den Verleih gegeben werden – haben auch die anderen Kinosäle klangtechnisch aufgerüstet. So sind in einigen Kinos Lautsprecher der Marke „Kling & Freitag“ verbaut: „Ein Meilenstein der Lautsprechertechnik“, wie das Kino sie selbst beschreibt.

Luxusfeeling durch und durch

Im neuen Logo prangt ein kleiner Löwe. Foto: Marvin König

Im Kino am Platz bedient werden gehört wohl insgesamt zu den Ausnahmen. Lästige Hemmnisse wie die Schlange, in der man nervös wartet, weil der Film gleich anfängt und das Tragen der wertvollen Kost zum Platz – am besten auch noch bei Dunkelheit – zählen kaum zu den schönen Kinomomenten. All das soll es im neuen Astor nicht mehr geben: „Wir haben jetzt doppelt so viele Mitarbeiter wie vorher. Jeder Saal hat zum Beispiel einen eigenen Platzanweiser, der behilflich ist, wenn es mit der Platzsuche mal nicht so gut klappt“, berichtet Theaterleiter Frank Oppermann und fährt fort: „Hinzu kommt eine persönliche Bedienung im Logenbereich. Während das Vorprogramm läuft, werden Bestellungen aufgenommen, die spätestens zum Beginn des Hauptfilms serviert werden.“ Das ganze kann bar, per EC-Karte oder mit Gutschein bezahlt werden. Für die Logengäste gibt es außerdem einen kostenfreien Garderobenservice und ein Begrüßungsgetränk. Das Angebot für Snacks wurde massiv ausgebaut und verfeinert: „Wir arbeiten direkt mit der Bolero-Bar nebenan zusammen, die uns da 25 verschiedene Teller mit Finger-Food zusammengestellt hat. Da ist auch vegetarisches und eine kleine Suppe dabei“, schildert Oppermann die Möglichkeiten. „Das wird speziell für uns zubereitet, das kann man auch so in der Bar selbst nicht bestellen.“ Das klassische Popcorn, die Nachos und alle anderen liebgewonnenen Speisen blieben aber selbstverständlich erhalten.

Auch wenn das Kino jetzt zur großen Astor-Familie gehöre, lege man viel Wert auf seine lokale Vernetzung und Identität, die sich nicht zuletzt auch durch den Löwen im Logo ausdrückt. Neben Fingerfood aus der Bolero- Bar finden sich im gastronomischen Angebot zum Beispiel Bier vom Wolters Hofbrauhaus, Mandeln von Mandel-Meier, Likör von Jägermeister und Kaffee- und Teeprodukte von Heimbs. „Nur einen regionalen Gin-Hersteller haben wir noch nicht gefunden. Angebote werden gerne angenommen“, ergänzt Flebbe schmunzelnd.

Wird der Kinobesuch teurer?

Auch über das Geld muss gesprochen werden. 7,5 Millionen Euro wurden investiert. 1,8 Millionen davon alleine im Kino 8. Es stellt sich zwangsläufig die Frage, ob der Kinobesuch bei den Investitionen und dem Servicelevel überhaupt erschwinglich bleibt. Hans Joachim Flebbe kann beruhigen: „Zunächst einmal: Ja, es wird etwas teurer. Wir haben allerdings in Hannover schon erlebt, dass die Besucher eigentlich nie darüber sprechen, sondern eher sagen ‚toll, was ihr hier gemacht habt‘.“ Weiterhin gebe es ja auch nach wie vor zwei Preisklassen. Zur Einstimmung macht das Astor Filmtheater seinen Zuschauern ein Angebot: Alle Filme, die bis 16:30 Uhr anfangen, kosten 6,99 Euro. Auch an Wochenenden. Dass die Logen trotzdem nicht leer bleiben, habe sich bereits in Hannover gezeigt: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Loge zuerst ausverkauft ist und dann erst das Parkett. Das hat sich auch im Vorverkauf wieder gezeigt“, blickt Flebbe abschließend zuversichtlich in die Zukunft des neuen Astor Filmtheaters. 

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