Neue Wohngruppe für Jugendliche in der Blumenstraße

13. September 2018
Gastgeber und Gäste bei der Eröffnung des Jugendhilfestandorts Blumenstraße in Braunschweig der Diakonischen Jugend- und Familienhilfe Kästorf. Von rechts Hans-Peter Daub (Vorstand der Dachstiftung Diakonie), Konrad Kloster (Architekt und Vermieter), Carola Hahne (Geschäftsführerin der Diakonischen Jugend- und Familienhilfe Kästorf), Stefanie Steinke (Regionalleitung Braunschweig der Diakonischen Jugend- und Familienhilfe Kästorf), Melissa Krüger (Erzieherin und Teamleiterin der Wohngruppe des neuen Standorts), Martin Albinus (Leiter des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie). Foto: Karsten Mentasti
Braunschweig. Mit einer Wohngruppe für bis zu acht junge Menschen ab einem Alter von 13 Jahren bis ins Erwachsenenalter und mit fünf Einzelzimmer-Appartements für Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren hat die Diakonische Jugend- und Familienhilfe Kästorf ihr Angebot in Braunschweig erweitert. In der Blumenstraße wurde jetzt ein neuer Jugendhilfe-Standort feierlich eröffnet.

Zudem ist mit Stefanie Steinke die Standortleiterin Braunschweig der in Kästorf/Gifhorn beheimateten Gesellschaft mit ihrem Büro in das Haus im Stadtteil Westliches Ringgebiet eingezogen. Bisher war der Standort Braunschweig von Gifhorn aus verwaltet worden, berichtet die Dachstiftung Diakonie in einer Pressemitteilung.

„Wir sind in der Stadt schon seit 25 Jahren mit präventiver Jugendhilfe aktiv“, erläuterte die Geschäftsführerin der Diakonischen Jugend- und Familienhilfe Kästorf, Carola Hahne. Daher sei es jetzt ein wichtiger und richtiger Schritt, die Standortleitung direkt am neuen Braunschweiger Standort anzusiedeln.
Die Diakonische Jugend- und Familienhilfe ist in der Stadt bereits mit Wohngruppen für Jugendliche in Schapen und innenstadtnah am Wilhelmitorwall vertreten. Außerdem gibt es eine flexible ambulante Familienhilfe zur Betreuung junger Menschen. Dabei gelte es jeweils, den Heranwachsenden bei ihrer Entwicklung zu helfen, damit diese später ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben führen könnten.

„Setzen dort an, wo die Entwicklung unterbrochen wurde“

Am Standort Blumenstraße wohnen junge Menschen mit sozial emotionalen Störungen oder psychischen Erkrankungen. Standortleiterin Stefanie Steinke erläuterte: „Die Mädchen und Jungen haben meist schon im frühen Alter Erlebnisse in ihrer Familie gehabt, die ihre weitere Entwicklung gestört haben.“ Deshalb entspreche ihre jetzige Entwicklungsstufe nicht der von Gleichaltrigen. „Ihr biologisches und soziales Alter klafft auseinander“, sagte Steinke und präzisierte anhand eines Beispiels: „Wenn die Betroffenen die Schule verweigert haben, lag das daran, dass sie mit dem Lernstoff für ihre Altersklasse überfordert waren.“

Die Standortleiterin beschrieb weiter: „Wir setzen mit unserer Unterstützung dort an, wo die Reifeentwicklung unterbrochen wurde und helfen den Jugendlichen in einem geborgenen Umfeld bei den Schritten ins Erwachsenenalter und in die Selbständigkeit.“ Für die Wohngruppe wurde der Name „Nido“, das italienische Wort für „Nest“, gewählt.

„Das neue Angebot mit der Wohngruppe sowie den Trainingswohnungen bereichert das Jugendhilfeangebot in Braunschweig“, beschrieb der Leiter des städtischen Fachbereiches Kinder, Jugend und Familie, Martin Albinus, das neue Jugendhilfeangebot der Diakonischen Jugend- und Familienhilfe Kästorf.

Frühe Angebote wichtig

Er plädierte grundsätzlich dafür, dass in der Jugendhilfe noch mehr Gewicht darauf gelegt werden müsse, frühzeitig Angebote für Familien zu schaffen, damit im familiären Umfeld schwierige Problemlagen gar nicht erst entstünden. Denn unter den Versäumnissen der Erwachsenen litten Kinder meist dauerhaft. „Mir ist bewusst, das verschlingt Geld, aber es sind sinnvolle Investitionen“, betonte Albinus.

Dieses Thema griffen Geschäftsführerin Carola Hahne und der Vorstand der Dachstiftung Diakonie, Hans-Peter Daub, während der Eröffnungsfeier am Standort Blumenstraße gern auf. Daub betonte, die Diakonie sei bestrebt, sich in Braunschweig auch im Bereich der Kindertagesstätten mit einem Angebot zu beteiligen. „Unter dem Motto ,Zusammen Leben Gestalten’ würden wir unser Spektrum in Braunschweig gern von den vorhandenen Hilfen im Bereich Jugend- und Familien sowie Wohnen und Beraten um Angebote im Kita-Bereich erweitern“, sagte er.

Carola Hahne betonte, die diakonische Gesellschaft habe es sich grundsätzlich zum Ziel gesetzt, allen Kindern und Jugendlichen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Daher sei die mögliche Verknüpfung von Regelangeboten wie Kindertagesstätten und frühen Jugendhilfeangeboten entscheidend. Das Jugendhilfeangebot in der Blumenstraße sei indes schon in den Bereich „besondere Hilfen“ mit einer personalintensiven Betreuung einzuordnen.

Viele Gäste bei der Eröffnung

Zur offiziellen Eröffnung der Jugendhilfeeinrichtung in der Blumenstraße waren Vertreter aus dem Rat, dem Bezirksrat, der Verwaltung sowie erfreulich viele Nachbarn aus dem benachbarten Neubaugebiet Blumenstraße gekommen, um ihre neuen Mitbewohner in der Straße zu begrüßen und sich über das Jugendhilfeangebot zu informieren.

Die Jugendlichen aus der Wohngruppe, die zuvor alle zusammen in Gifhorn gewohnt hatten, waren auch dabei und kamen mit ihren Nachbarn ins Gespräch. Die künftigen Bewohner der jeweils mit eigenen Küchenzeilen ausgestatteten Einzel-Appartements, in der sich Jugendliche und junge Erwachsene auf selbständiges Wohnen und Leben vorbereiten können, ziehen erst jetzt, nach der Eröffnungsfeier, ein.

Gute Lage für den neuen Standort

Das Gebäude des neuen Jugendhilfe-Standorts Blumenstraße, in dem die jungen Menschen von rund zehn Sozialpädagogen begleitet werden, davon in der Wohngruppe mit einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung, gehörte einstmals der Telekom und beinhaltete technische Anlagen. Der Braunschweiger Architekt Konrad Kloster kaufte das Gebäude und baute es jetzt in Absprache mit dem neuen Mieter zu einem Wohn- und Bürohaus um. Er selber will mit seinem Architekturbüro später in das Dachgeschoss einziehen.

Der neue Jugendhilfe-Standort der Diakonie liegt in einem multikulturellen Stadtteil mit sehr guter Infrastruktur und vielen Einrichtungen in unmittelbarer Nähe zu Werkstätten der Hochschule für Bildende Künste. In zwei Gehminuten sind zudem der Westbahnhof mit großem Jugendplatz, Fitnessparcours und Kletterpark zu erreichen. „Unsere Jugendlichen freuen sich auf Braunschweig und die Umgebung ihres neuen Wohnortes“, betonte Stefanie Steinke.

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