Neue Zentralklinik: Land gibt weitere 20 Millionen Euro

19. Januar 2019
Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann übergibt den mit weiteren 20 Millionen Euro positiv beschiedenen Förderbescheid für das Klinikum Braunschweig. Foto: Klinikum Braunschweig/Steve Lohmann
Braunschweig. Das Klinikum Braunschweig hat am Freitag offiziell eine Förderung des Landes Niedersachsens über weitere 20 Millionen Euro erhalten. Dr. Carola Reimann, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, hat den Förderbescheid an Ulrich Markurth, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums, sowie Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert übergeben. Das teilt die Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH mit.

Mit diesen Finanzmitteln wird der erste Teil des neuen Zentralklinikums am Standort Salzdahlumer Straße kofinanziert. Die neue Zentralklinik wird in Form von vier hintereinander folgenden Bauabschnitten errichtet. Das aktuelle Projekt umfasst mit dem „Neubau Ost“ und dem „Neubau Süd“ die ersten beiden Bauabschnitte. Mit der Inbetriebnahme der Gebäude werden alle klinischen Funktionsstellen des Standortes Holwedestraße in die neue Zentralklinik einziehen.

Das Klinikum Braunschweig erbringt seine medizinisch-pflegerischen Leistungen an drei verschiedenen Standorten innerhalb des Stadtgebietes von Braunschweig. Am Standort Salzdahlumer Straße, dem größten Standort des Klinikums, wurde 1940 ein Großkrankenhaus errichtet und nach 1945 weitere Gebäude zur klinischen Nutzung hinzugefügt. Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann verwies darauf, dass im Städtischen Klinikum Braunschweig jährlich 65.000 Patientinnen und Patienten stationär und rund 200.000 ambulant behandelt werden.

Zeitgemäße Versorgungsstrukturen werden geschaffen

„Es freut mich, dass ich einen Förderbescheid über 20 Millionen Euro überreichen kann, damit am Standort Salzdahlumer Straße eine moderne und betriebswirtschaftlich optimierte Zentralklinik entstehen kann“, sagte Dr. Carola Reimann bei dem Übergabetermin in Braunschweig: „Für die Patientinnen und Patienten werden zeitgemäße Versorgungsstrukturen geschaffen, klinische Prozesse sollen auch in Zukunft hohen Qualitätsstandards entsprechen.“ Insgesamt würden bis zur Umsetzung des Zwei-Standorte-Konzepts über alle Bauabschnitte 221 Millionen Euro für das Klinikum Braunschweig zur Verfügung gestellt, so die Gesundheitsministerin: „Entscheidend ist, dass damit die hochwertige medizinische Versorgung für unsere Stadt und unsere Region gesichert wird.“

Die Zentralklinik ist eingebettet in das Zwei-Standorte-Konzept, erst dadurch wird die Konzentration aller Klinikums-Leistungen auf die Standorte Salzdahlumer Straße und Celler Straße ermöglicht. Dieses Konzept wird bereits seit mehreren Jahren umgesetzt, es soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.

Errichtung des künftigen „Neubaus Ost“ mit neuem Bettenhaus. Foto: Klinikum Braunschweig/Peter Sierigk

Im Rahmen des „Zwei-Standorte-Konzeptes“ werden auch der „Neubau Ost“ und der „Neubau Süd“ errichtet, ein Regiegebäude zur Versorgung von Patienten mit Lungenkrankheiten mit zirka 71 Allgemeinpflegebetten, etwa zehn Isolierpflegebetten sowie etwa acht Schlaflaborplätze, zur temporären Nutzung in Betrieb genommen. Weiterhin wird die Infrastruktur am Standort Salzdahlumer Straße erneuert, eine öffentliche Straßenanlage im Vorfeld des Klinikums sowie eine Hochgarage, ein Dienstleistungszentrum und ein Büro- und Universitätszentrum errichtet. In Folge der Umsetzung dieser Projekte können der Standort Holwedestraße vollständig und Randbereiche des Standortes Celler Straße umgesiedelt werden.

Markurth: „Ein hoch komplexer Vorgang“

„Die bauliche Gesamterneuerung unseres Städtischen Klinikums ist ein hoch komplexer Vorgang, der eine intensive Steuerung und geschickte Staffelung der Bauabläufe erfordert, damit die Versorgung der Bevölkerung nicht beeinträchtigt wird. Daran arbeiten wir gemeinsam seit Jahren intensiv. Ich danke dem Land Niedersachsen für die Unterstützung dieses für die medizinische Versorgung der Menschen in Braunschweig und der Region so wichtigen Ausbauprojekts“, sagte Ulrich Markurth.

Zur Notwendigkeit einer Zentralklinik sagte er: „Wir sind mit den bestehenden Gebäuden nicht zeitgemäß aufgestellt. Eine neue Zentralklinik soll heutigen Standards entsprechen, da sind Barrierefreiheit, zeitgemäße Anlagen der Medizin- und Gebäudetechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie, schnelles W-LAN und der Ausbau der Gebäudeautomatisation wichtige Stichworte.“

Spezielle Projektorganisation eingerichtet

Für die zentrale Maßnahme zur Errichtung des „Neubaus Ost“ und des „Neubaus Süd“ wurde eine spezielle Projektorganisation nach internationalen Standards eingerichtet, welche sich „Klinikum Salzdahlumer Straße – Umbau, Weiterbau, Neubau“ (kurz: S2- UWN) nennt. Auch die Errichtung des Regiegebäudes und kleinere Umbauten in Bestandsgebäuden gehören zu deren Aufgaben.

Zwischenzeitlich sind über die Jahre Planungen angepasst worden, zum Beispiel an neue Standards. Dazu gehört auch die Planung und Konzeption für die Zentralklinik. Außerdem ist eine Kooperation mit der Universität Göttingen bezüglich des Medizinstudiums („Campus Bildung“) beschlossen worden, und durch die Schließung des St. Vinzenz-Krankenhauses sind neue Anforderungen auf das Klinikum zugekommen. Finanziert wird das Projekt S2-UWN durch Fördermittel des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und durch Eigenmittel des Klinikums Braunschweig. Das erforderliche Projektbudget beträgt jetzt 562 Millionen Euro brutto und setzt sich aus 384 Millionen Euro Eigenmitteln des Klinikums und aus 178 Millionen Euro Fördermitteln vom Land Niedersachsen zusammen.

Insgesamt 221 Millionen Euro vom Land

Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat bereits im Vorfeld kleinere Maßnahmen an den beiden Standorten Salzdahlumer Straße und Celler Straße mit Fördermitteln in der Höhe von 43 Millionen Euro unterstützt. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für die derzeit laufenden Projekte, welche bereits erfolgreich abgeschlossen wurden. Insgesamt stellt das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung bis zur Umsetzung des „Zwei- Standorte-Konzeptes“ 221 Millionen Euro für das Klinikum Braunschweig zur Verfügung, wovon bis Ende 2018 bereits 105,4 Millionen Euro ausbezahlt wurden. Mit den zusätzlichen 20 Millionen Euro steigt diese Summe auf 125,4 Millionen Euro an.

„Die Versorgung der Patientinnen und Patienten in der Region liegt uns sehr am Herzen. Meine Mitarbeitenden arbeiten jeden Tag rund um die Uhr, um dies zu gewährleisten. Dank der Fördergelder durch das Land Niedersachsen können wir für unsere Patientinnen und Patienten sowie für unsere Mitarbeitende zeitgemäße Strukturen schaffen, um medizinisch-pflegerische Prozesse nach aktuellen Qualitätsstandards und auch digitalisiert zu ermöglichen. Mit einer modernen und betriebswirtschaftlich optimierten Zentralklinik können wir auch in Zukunft Medizin auf universitärem Niveau betreiben“, sagt Dr. Andreas Goepfert, Geschäftsführer am Klinikum Braunschweig.

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