Psychosoziales Zentrum Braunschweig: Zulauf bricht nicht ab

6. November 2019
Auch für Kinder bietet das Zentrum eine Sprechstunde an. Symbolfoto: Sina Rühland
Braunschweig. Vergangenes Jahr wurde mit dem Aufbau eines Behandlungszentrums für traumatisierte und psychisch erkrankte Geflüchtete in Braunschweig begonnen, im Oktober 2018 wurden neue Räume in der Braunschweiger Innenstadt eröffnet. Seitdem steigt die Zahl behandelter Personen rasant. Dies berichtet das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN) in einer Pressemitteilung.

Auch eine Sprechstunde für traumatisierte Kinder und Jugendliche finde seit heute statt. „Einen kleinen Ort der Sicherheit schaffen“, darin sehe Karin Loos, Geschäftsführerin des NTFN e.V., eine der Kernaufgaben des Psychosozialen Zentrums.

Von der Arbeit des Vereins hätten sich Besucherinnen und Besucher bei einem Tag der offenen Tür am heutigen Mittwoch informieren können. Grußworte hätten unter anderem Dr. Christos Pantazis MdL (Vorsitzender der Nds. Kommission für Migration und Teilhabe), Jens Grote (Präsident der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen) und Martin Klockgether (Leiter Fachbereich Soziales und Gesundheit, Stadt Braunschweig) gesprochen. Das Psychosoziale Zentrum (PSZ) sei das erste dieser Art in Braunschweig. Das Einzugsgebiet umfasse nicht nur Braunschweig, sondern auch die Landkreise Wolfsburg, Salzgitter, Wolfenbüttel, Helmstedt, Peine und Gifhorn.

Ständiger Zulauf

Seit der Eröffnung des PSZ Braunschweig sei die Zahl der behandelten Klienten kontinuierlich gestiegen. So wurden im vergangenen Projektjahr (1. Mai 2018 bis 30. April 2019) insgesamt 298 Patienten betreut. Mit fortschreitendem Aufbau der Kapazitäten hätten diese Zahlen weiter gesteigert werden können. So wären allein in den Monaten Mai 2019 bis Juli 2019 bereits 265 Patienten betreut worden und damit fast so viele wie das ganze Jahr zuvor. Angesichts der Nähe zur LAB-Erstaufnahmeeinrichtung in Braunschweig und der gleichbleibend hohen Traumatisierungsquote unter den hier lebenden Geflüchteten, werde von einer weiteren Zunahme ausgegangen.

Die ersten Monate des Projekts wurden vor allem mit dem Aufbau von Strukturen benötigt, erste Gespräche fanden in einem Raum bei Refugium e.V. statt. Ab Oktober 2018 hätten schließlich deutlich größere Räumlichkeiten im Bohlweg 14 bezogen werden können. Neben mehreren Therapieräumen gebe es dort nun auch einen Gruppenraum, der für die wöchentlich stattfindende Entspannungsgruppe oder die Kunstgruppe genutzt werde. Zudem biete das Behandlungszentrum eine Offene Sprechstunde (mittwochs 14 bis 16 Uhr) an, die Flüchtlinge ohne Anmeldung aufsuchen können, Dolmetschende für Arabisch und Farsi seien immer anwesend. Eine Sprechstunde für Kinder und Jugendliche finde monatlich statt.

Eine enge Kooperation bestehe mit dem AWO Psychiatriezentrum Königslutter. So seien zwei der im PSZ tätigen Psychologinnen auch in der Klinik beschäftigt und sollen den geflüchteten Patienten den oftmals schwierigen Wechsel in eine stationäre Behandlung erleichtern. Gleichsam kümmern sie sich um eine ambulante Nachsorge nach einem Aufenthalt in der Klinik. Das PSZ werde vom Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V. (NTFN) betrieben und entstehe im Zuge des refuKey-Projekts, welches vom Niedersächsischen Sozialministerium finanziert werde und in Kooperation mit der medizinischen Fachgesellschaft DGPPN durchgeführt werde.

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