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Ranger in den Parks? – Fraktionen grundsätzlich interessiert

14. September 2018 von
Gibt es die Parkranger bald auch in Braunschweig?regionalHeute.de fragte die Braunschweiger Fraktionen. Symbolfoto: Alexander Dontscheff/Archiv
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Braunschweig. In der vergangenen Ratssitzung kündigte die BIBS-Fraktion an, einen Haushaltsantrag für zwei neue Parkranger stellen zu wollen. Diese sollen die Öffentlichkeit dann in den Braunschweiger Grünanlagen über ökologische Belange informieren. Eine Idee, die grundsätzlich auch die anderen Fraktionen interessant finden. Doch es gibt Bedenken.

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Nach Auffassung der BIBS-Fraktion sollen im Rahmen eines Pilotprojektes beim Fachbereich Stadtgrün und Sport demnach zwei Parkrangerstellen geschaffen werden, zunächst befristet auf zwei Jahre. „Die Aufgabe der Parkranger wird darin gesehen, dass sie die Öffentlichkeit allgemein sowie die Besucher der Braunschweiger Grünanlagen über alle ökologischen Belange des öffentlichen Grüns in Braunschweig informieren“, erklärte Dr. Wolfgang Büchs auf Anfrage unserer Online-Zeitung. Die BIBS kündigte in der vergangenen Ratssitzung an, einen entsprechenden Haushaltsantrag stellen zu wollen. regionalHeute.de fragte die anderen Fraktionen, was sie von den Parkrangern halten.

Wir veröffentlichen die Antworten der Fraktionen in der Reihenfolge ihrer Rückmeldung.

Mathias Möller (FDP):

Mathias Möller. Foto: Peter Sierigk

„Die Idee, zwei Parkrangerstellen zu schaffen, klingt beim ersten Hören verlockend. Aber es ist schlicht zu teuer. Mehr Bildung ist für die FDP immer ein Thema und darum sind Parkranger sicher wünschenswert, aber durch die kostenfreien Kitas und das Schülerticket, ist das finanziell Machbare in diesem Haushalt ausgereizt. Personalstellen sind immer wiederkehrende Kosten, Jahr für Jahr. Somit wird das strukturelle Defizit im Haushalt durch die Stellen weiter verschärft. Sicher könnte man bei einer besseren Haushaltslage das Thema noch einmal auf den Tisch bringen.“

Nicole Palm, (SPD):

Nicole Palm. Foto: SPD

„Prinzipiell ist der Einsatz von Parkrangern in städtischen Parks und Grünanlagen durchaus sinnvoll, das zeigen auch Beispiele aus anderen Kommunen – zum Beispiel Hannover, wo ein derartiges Konzept bereits seit 1999 umgesetzt wird. Bevor über einen solchen Einsatz auch in Braunschweig politisch entschieden werden kann, sollte jedoch geklärt werden, wie viele Beschwerden tatsächlich bei der Verwaltung eingegangen sind und wo konkrete Probleme in der Nutzung von Parks und Grünflächen auftreten. Die SPD-Fraktion hat dazu für den kommenden Grünflächenausschuss am 14. September eine Anfrage gestellt. Diese Informationen sehen wir als elementare Grundlage für die Erarbeitung einer Park- und Grünanlagenordnung an. Erst wenn der Entwurf für eine solche Ordnung vorliegt, ist es aus unserer Sicht seriös, über mögliche Personalbedarfe zu sprechen. Eine Vorfestlegung zu einzelnen Themen erscheint so kurz vor Beginn der Haushaltsberatungen darüber hinaus grundsätzlich nicht als sinnvoll.“

Dr. Rainer Mühlnickel (Bündnis 90/Die Grünen):

Rainer Mühlnickel. Foto: Bündnis 90/Die Grünen

„Die Ankündigung der BIBS haben wir bei der Ratssitzung am 4. September zur Kenntnis genommen. Wir werden sehen, ob die Fraktion tatsächlich dazu aktiv wird und wenn ja, wie ihr Antrag dann genau aussieht. Schon jetzt können wir feststellen, dass uns beim Thema „Parkranger“ die Idee der BIBS (Umweltpädagogik und –information) deutlich sympathischer ist als der Ansatz der CDU (Aufsichts- und Ordnungsfunktion). Das heißt aber nicht, dass wir eine Ausweitung des Stellenplans 2019 für zwingend notwendig halten. Die Verwaltung muss ja nicht alle Aufgaben selber erledigen, sondern kann auch Leistungen Dritter in Anspruch nehmen. In Braunschweig gibt es doch eine Menge sehr aktiver Umweltorganisationen. Einige davon würden sicherlich gerne stärker in die Umweltbildung einsteigen, wenn die Stadt das anregen und auch finanzieren würde.“

Anke Schneider (Die Linke):

Anke Schneider. Foto: Linksfraktion

„Grundsätzlich stehen wir dem Einsatz von Parkrangern durchaus mit Sympathie gegenüber. Diese könnten Führungen und Vorträge zu verschiedenen Themen anbieten. Sie sollten als Ansprechpartner an stark genutzten Orten in den Parks und Grünanlagen Präsenz zeigen, wobei wir ihre Rolle in einer aufklärenden und beratenden Tätigkeit sehen. In enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Stadtgrün könnten sie dafür sorgen, dass Missstände schnell erkannt und beseitigt werden, sowie Konzepte zu ihrer Vermeidung entwickeln. Ähnlich wie in Riddagshausen wäre ein Ranger nicht zuletzt auch für naturschutzrechtliche Belange und die Durchführung von Projekten zuständig. Laut Stellenplan der Stadt Braunschweig für das Jahr 2019 ist eine Aufstockung um 131 neue Stellen vorgesehen, inwieweit angesichts dieser Planungen noch zwei neue Stellen für Parkranger eingerichtet werden sollten, müsste intensiv diskutiert werden. Dies ist in unserer Fraktion noch nicht abschließend geschehen.“

Christian Bley (Piraten), für die Fraktion P²:

Christian Bley. Foto: DIE FRAKTION P²

„Der Einsatz von Rangern zur Bildung und Information der Besucher über Grünflächen und Parks ist eine gute Idee. Wenn sie nicht nur die Besucher aufklären, sondern tatsächlich ein Dialog und Austausch stattfindet, kann sich das sehr positiv auf die Einwohnerbeteiligung generell zum Thema auswirken. Daher werden wir dem Haushaltsantrag der BiBS zustimmen.“

Heidemarie Mundlos, (CDU):

Heidemarie Mundlos. Foto: CDU

„Die Idee zur Schaffung von zwei Stellen für Parkranger stammt von der CDU, die BIBS haben hier nur bei uns abgekupfert! Deshalb befürworten wir diese Initiative nicht nur, sondern werden natürlich einen eigenen Haushaltsantrag stellen. Hintergrund des Vorschlages ist die CDU-Initiative zur Erarbeitung einer Park- und Grünanlagenordnung für unsere städtischen Grünflächen, den die BIBS übrigens interessanterweise abgelehnt hat. In den letzten Wochen haben uns nämlich zahlreiche Berichte über Konflikte, Streitereien und eine zunehmende Vermüllung in unseren Parks erreicht. Mit der von uns durchgesetzten Park- und Grünanlagenordnung können wir dem entgegenwirken und der Verwaltung das richtige Werkzeug an die Hand geben, um die Grünanlagen zu schützen und ein friedliches Miteinander zu gewährleisten Die zwei Parkranger sollen dann in unseren städtischen Grünanlagen als erste Ansprechpartner dienen und die Kenntnisse über die Bedeutung des öffentlichen Grüns für Naherholung und Stadtökologie verbessern. Dies soll im Rahmen eines Pilotprojektes zunächst befristet auf zwei Jahre geschehen. Wir können uns allerdings sehr gut vorstellen, nach dieser Probephase weitere Parkranger einzusetzen.“

Stefan Wirtz. Foto: Privat

Stefan Wirtz (AfD):

„Die Idee, Ranger eigens für die Braunschweiger Parkanlagen einzustellen, ist durchaus reizvoll. Wenn sich die Aufgaben dieser Parkranger aber hauptsächlich auf Führungen, Vorträge und Erstellung von Informationsmaterial beschränken, handelt es sich hier in erster Linie um ein Konzept für ein Natur- beziehungsweise Parkmuseum. Dieses würde mit Sicherheit auch einen Mehrwert für Braunschweig bieten, aber unter dem Gesichtspunkt der angespannten Haushaltslage mit VW-Krise und strukturellem Defizit, bleibt die Frage ob allein für diese Aufgaben zwei neue Stellen im aktuellen Haushalt gerechtfertigt wären. Die AfD-Fraktion würde begrüßen, wenn die Aufklärungsarbeit mit Kontrollaufgaben in den Parkanlagen kombiniert wird und die Zustimmung zu dem Antrag davon abhängig machen, ob in einer detaillierten Aufgabenbeschreibung ein die Kosten vertretbarer Mehrwert für die Bürger entstehen würde.“

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