Seit 2016 entwidmet – Was wird aus dem Handelsweg?

26. November 2018
Die Zukunft des Handelsweges liegt wohl nicht mehr in den Händen der Stadt. Foto: Alexander Dontscheff
Braunschweig. Was wird aus der ältesten Fußgängerpassage in Braunschweig, dem Handelsweg zwischen Gördelinger Straße und Breiter Straße? Dieser Frage will die BIBS-Fraktion im Bauausschuss am 4. Dezember auf den Grund gehen. Das kündigt die BIBS in einer Pressemitteilung an.

In den letzten Wochen hätten sich Berichte gehäuft, die grundsätzliche Veränderungen des ursprünglichen Kleinods in der westlichen Innenstadt befürchten lassen, so die BIBS. Auf eine Anfrage der SPD habe die Verwaltung mitgeteilt, dass der Handelsweg seit 2016 entwidmet worden sei und die Stadt seitdem keinen direkten Einfluss auf die dortige Entwicklung mehr habe.

Viele Fördermittel sind geflossen

„Sollen Cafés und Kneipen wie das Riptide dort weichen, um anderen Interessen und Planungen Platz zu machen?“, fragt BIBS-Fraktionsvorsitzender Peter Rosenbaum. „Über Jahre hinweg hat die Stadt den Bereich des Handelswegs mit Fördermitteln aus unterschiedlichen Bundesprogrammen gefördert, um dort Lösungen für bestehende bau- und nutzungsstrukturelle Mängel zu finden. Der Handelsweg sollte 2012 als innerstädtisches Modellvorhaben im Rahmen des ‚Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (‚ExWost‘)‘ entwickelt werden. Dafür hat sich der Verein ‚Altstadt‘ gegründet. Mittlerweile sind weitere Förderprogramme ausgelaufen, in der EinRaum Galerie finden aber immer noch Veranstaltungen der Kultur- und Kreativwirtschaft statt.“

Zudem habe der Rat vor nicht einmal drei Wochen das Integrierte Stadtentwicklungskonzept „ISEK“ beschlossen, in dem der Handelsweg noch explizit und exemplarisch für eine vorausschauende integrierte Stadtentwicklung genannt werde.

Einflussmöglichkeit aus der Hand gegeben?

„Wenn der Handelsweg bis 2016 ein öffentlich gewidmeter Privatweg war: Warum hat die Stadt ihre direkten Einflussmöglichkeiten auf die dortige Entwicklung mit der Einziehung des Weges aufgegeben?“, wundert sich Peter Rosenbaum. „Der Handelsweg mit seinen Cafés und Bars muss erhalten bleiben und genau wie von der Verwaltung seit Jahren propagiert als innerstädtisches Quartier entwickelt werden“.

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