Serie – Braunschweig, deine Straßen: Gliesmaroder Straße

8. Dezember 2014 von
In unserer wöchentlichen Serie geht es an die Gliesmaroder Straße. Vor 1000 Jahren war hier noch überall dichter Wald. Foto: Sina Rühland

Braunschweig. Im achten Teil der Serie geht es an die Gliesmaroder Straße. Wie der Namen mit dem Roden von Bäumen zusammenhängt und warum es Bürger in Gliesmarode lange schwer hatten? Das erfahren Sie auf BraunschweigHeute.de.

Vergleichsweise „spät“ wurde das Dorf Gliesmarode gegründet und damit auch die Gliesmaroder Straße gebaut und gebraucht. Sie verband Braunschweig am Anfang mit dem Dörfchen Gliesmarode. Von der Löwenstadt kommend ging man früher durch das Fallerslebische-Thor und dann den Cantler Weg bis zum Gliesmaroder Thurm. Dann folgte damals schon die Berliner Straße.  Im Jahr 1031 wird die Siedlung zum ersten Mal erwähnt und zwar unter dem Namen „Glismoderoth“. Dieser geht wohl auf einen Mann mit dem Namen Glismoth zurück, der als einer der ersten Bäume im Gebiet rodete und das Land so nutzbar machte. Aus glisian (glänzen), mod (Mut) und roth (roden) entstand der Name:“Glismoderoth“. Die erste Rodung wurde wohl zwischen dem Karl-Hintze-Weg, dem Friedhof und der Kirche durchgeführt. Gründe für die späte Besiedlung wird in den schlechten Bodenverhältnissen zur damaligen Zeit gesehen. Es gab viel Sand und somit schwierige Verhältnisse für die Bauern. Eine eigene Kirche hatte das Dorf nicht. Die Gerichtbarkeit lag beim Kloster Riddagshausen. Generell war das Leben in Gliesmarode für die Menschen lange mit großen Entbehrungen verbunden. So mussten die Bauern einen Großteil ihres Einkommens an das Kloster abtreten. Dazu lag das Dorf unmittelbar vor der Landwehr der Stadt Braunschweig. So wurde es wiederholt bei Auseinandersetzungen zwischen dem Herzog von Wolfenbüttel und der Stadt Braunschweig geplündert, abgebrannt und verwüstet. Viele Gliesmaroder arbeiteten in frühen Tagen auf dem Nußberg, der vor dem Dorf lag. Dort brachen sie Mauersteine für den Kirchenbau.

Ein Bahnhof zur Welt

Zu den bekanntesten Gebäuden in Gliesmarode selbst zählt sicherlich der Gliesmaroder Thurm, einst als Wehrturm gebaut, dient er seit vielen Jahren als Gaststätte. Im Saal des „Turms“ gab es sogar Geräteturnen, bevor der Sportverein 1932 seine eigene Sporthalle baute. 1894 entstand der Bahnhof Gliesmarode an der Strecke Braunschweig-Gifhorn, der auch heute noch in Betrieb ist. Aktuell wurde beschlossen ihn für über zwei Millionen Euro zu sanieren. Relativ früh kam auch die Straßenbahn nach Gliesmarode. Am 11. Dezember 1897 wurde die Straßenbahnlinie Westbahnhof-Gliesmarode eröffnet. Eine Trasse verläuft heute auch über die Gliesmaroder Straße. Die alte Eisenbahnbrücke wurde durch einen Neubau ersetzt und die Gliesmaroder Straße wurde eine stark befahrene Strecke in Braunschweig. Gliesmarode wurde im Jahr 1934 eingemeindet. Die Straße erinnert bis heute an die bewegte Geschichte des Stadtteils.*

Lesen Sie auch:

Teil 1 – der Bohlweg*
Teil 2 – die Hamburger Straße
Teil 3 – der Madamenweg
Teil 4- Abt-Jerusalem-Straße

Teil 5 – Jasperallee
Teil 6- Schillstraße
Teil 7 – Kastanienallee

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