Stadt gibt 58,6 Mio. Euro für Gebäude aus: Schulen und Kitas im Fokus

1. April 2019
An der Neuen Oberschule werden neue Unterrichtsräume in Modulbauweise geschaffen. Foto: Archiv
Braunschweig. Die Stadt Braunschweig investiert in diesem Jahr 58,6 Millionen Euro in Sanierung, Erweiterung oder Neubau städtischer Gebäude. Im Mittelpunkt der Bautätigkeit stehen Schulen und Kindertagesstätten. Das teilt die Stadt Braunschweig mit.

„Braunschweig ist eine wachsende Stadt, viele junge Familien ziehen hierher, weil Braunschweig attraktiv ist zum Leben, Wohnen und Arbeiten“, sagt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer bei der Vorstellung des Hochbauprogramms in den Berufsbildenden Schulen V an der Kastanienallee. „Zentraler Bestandteil der Stadtpolitik ist es, das Wachstum der Stadt mit dem Ausbau der Infrastruktur zu begleiten. Das gilt insbesondere auch für Bildung und Erziehung. Wir stehen zu unserem Wort, sanieren und erweitern in großem Umfang Schulen und Kindertagesstätten oder bauen sie neu.“

Die Fülle der Projekte sowie die gute Baukonjunktur mit ausgelasteten Firmen stelle hohe Ansprüche an Planung und Steuerung, so Leuer weiter. Manche Gewerke müssten mehrfach ausgeschrieben werden, da keine oder nur inakzeptable Angebote eingingen, und die Einhaltung des Zeit- und Kostenrahmens stelle ebenfalls eine Herausforderung dar. Leuer: „Trotzdem sind wir optimistisch, unser ehrgeiziges Ziel zu erreichen, im nächsten Jahr gleich an vier Grundschulen die Erweiterung für den Ganztagsbetrieb abzuschließen.“

Die Projekte im Überblick

Grafik: Stadt Braunschweig

Schulen

Sanierung und Erweiterung von Schulen, oft im Verbund mit der Ertüchtigung nach den modernen Standards des Brandschutzes, bilden auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt städtischer Hochbauprojekte. Beim Umbau für den Ganztagsbetrieb geht es nach der Planung in den vergangenen Jahren jetzt an die Realisierung. Zugleich werden die Bedingungen für eine barrierefreie Beschulung geschaffen. Hervorzuheben sind:
(1) Ganztagsbetrieb Grundschule Lamme
Nachdem im vergangenen Jahr kleinere Umbauten im Bestand erfolgten und die im gleichen Gebäude untergebrachte Kita den erforderlichen Mehrzweckraum erhielt, begann im März die Errichtung des Erweiterungsbaus mit Mensa, Freizeitbereich sowie einem Werk- und Musikraum. Die Kosten betragen rund 4,3 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2020 vorgesehen.
(2) Ganztagsbetrieb Grundschule Waggum
Im April beginnt der Bau eines Erweiterungsgebäudes. Im vergangenen Jahr wurden die Voraussetzungen geschaffen: Durch Teilabrisse sowie die Aufstellung von Containern, in denen übergangsweise der Unterricht stattfindet. Zum Bauprogramm zählen neben Mensa und Freizeitbereich weitere Unterrichtsräume, weil aufgrund der Baugebiete „Vor den Hörsten“ und „Am Pfarrgarten“ die Schülerzahlen steigen. Zugleich wird das Bestandsgebäude saniert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 13,7 Millionen Euro. Im Sommer 2020 sollen die Arbeiten für den Ganztagsbetrieb abgeschlossen werden. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für Ende 2022 vorgesehen.
(3) Ganztagsbetrieb Grundschule Isoldestraße
Im vergangenen Jahr erfolgten bereits Umbauten im Bestand, um die steigende Zahl von Schülerinnen und Schülern adäquat aufnehmen zu können. Im April schließt sich nun der Baubeginn zum Mensagebäude an. Gekoppelt ist auch diese Maßnahme mit einer Sanierung des Bestandgebäudes. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 11,3 Millionen Euro. Die Fertigstellung im Blick auf den Ganztagsbetrieb ist für Sommer 2020 vorgesehen, das Gesamtprojekt soll Ende 2022 abgeschlossen werden
(4) Ganztagsbetrieb Grundschule Lehndorf
Die Essensversorgung der Schule konnte bereits 2018 übergangsweise in Räumen der ehemaligen Kita im Turm aufgenommen werden. Nun erfolgt der endgültige Ausbau von Mensa und Freizeitbereich innerhalb der Bestandsstruktur des Schulgebäudes für rund 4,1 Millionen. Baubeginn ist im April, ab Sommer nächsten Jahres sollen die neugestalteten Räume genutzt werden können.

„Die Schülerzahlen wachsen, und so müssen wir auch unabhängig vom Ganztagsbetrieb viele Schulgebäude erweitern“, sagt Wilhelm Eckermann, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Hochbau und Gebäudemanagement. „Dabei geht es vielfach auch um den Faktor Zeit. Wenn die Schülerzahl belastbar prognostiziert werden kann, ist die Zeit für eine konventionelle Planung und Bauausführung oft zu knapp. Wir beschreiten deshalb in diesem Jahr erstmalig den Weg, mit modularer, vorgefertigter Holzrahmenbauweise in serieller Standardisierung die Planungs- und Realisierungszeiträume deutlich zu verkürzen. Die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz trägt dabei nicht nur ökologischen Aspekten Rechnung, sondern Holz bildet mit seinen Oberflächen ein ebenso angenehmes wie robustes Ambiente – auch im Inneren, soweit es der Brandschutz zulässt.“ Attraktiv sei zudem, dass sich diese Module sowohl für einen langfristigen Einsatz am Standort, als auch für Demontage und Wiederaufbau an neuen Einsatzstellen eigneten, fügt Eckermann hinzu. In Vorbereitung sind:
(5) und (6) Modulbauten Lessinggymnasium und Neue Oberschule
Beide Schulen erhalten in jeweils zwei Bauabschnitten Erweiterungen mit standardisierten Allgemeinen Unterrichtsräumen. Der erste Bauabschnitt mit je zwölf Unterrichtsräumen an der Neuen Oberschule und am Lessinggymnasium soll jeweils nach Ende der diesjährigen Sommerferien zur Nutzung übergeben werden. Investiert werden im ersten Bauabschnitt rund 3,4 Millionen Euro am Lessinggymnasium und rund 4,14 Millionen Euro an der Neuen Oberschule.

Daneben erfolgen weiterhin auf dauerhafte Nutzbarkeit angelegte, konventionell realisierte Erweiterungsbauten an Schulen. Hervorzuheben sind:
(7) Erweiterung Grundschule Edith Stein
Nach erfolgter Brandschutzsanierung soll in diesem Frühjahr die Errichtung des Erweiterungsbaus beginnen, der drei neue Fachunterrichtsräume so an das Bestandsgebäude andockt, dass sowohl der zweite bauliche Rettungsweg als auch die Barrierefreiheit des Hauptgebäudes über einen gemeinsamen Aufzug gewährleistet wird. Im Sockelgeschoss erhält die Schule integrierte Schülertoiletten, so dass die veralteten Hoftoiletten entfallen können. Insgesamt werden bis zur zweiten Jahreshälfte 2020 rund 3,5 Millionen Euro investiert.
(8) Erweiterung Grundschule Comeniusstraße
Im Zuge der anstehenden Brandschutzmaßnahmen werden die Nutzungsverteilungen im Gebäude neu strukturiert, so dass die allgemeinen Unterrichtsräume wieder jahrgangsweise zusammengeführt werden können. Im Erweiterungsbau, dessen Baubeginn im Sommer vorgesehen ist, werden Verwaltung und Sondernutzungen konzentriert. Für Brandschutz und Erweiterung werden bis 2021 rund 6 Millionen Euro an dieser Schule investiert.

Unabhängig davon starten allgemeine Sanierungen und Brandschutzmaßnahmen an der Grundschule (GS) Lindenbergsiedlung (9), der GS Bürgerstraße (10), der GS Hohestieg (11), an der Oswald-Berkhan-Schule (12), an der BBS Johannes-Selenka-Schule, Außenstelle Hochstraße (13) und der GS Bültenweg (14) in diesem Sommer. Letztere ist Auftakt zu einer grundsätzlichen Sanierung in mehreren Bauabschnitten, die auch einen Erweiterungsbau zum Ganztagsbetrieb umfassen soll. Vor der Sanierung wird am Wilhelmgymnasium (15) eine Brandschutzmaßnahme umgesetzt.

An den Berufsbildenden Schulen V sind derzeit noch Trocken- und Stahlbauer tätig, Fliesen werden verlegt, Elektro- und Lüftungsarbeiten ausgeführt. Dieser Innenausbau wird bald abgeschlossen sein. Zudem werden Außenanlagen und Parkflächen neu hergestellt. Inklusive Abbruch der Remise und Verlegung der Fernwärmeleitungen, der Brandschutz-Sanierung und WC-Anlagen im Gebäude E, der Außenanlagen, Umbauten im Bestand und dem eigentlichen Erweiterungsbau ergibt sich ein Bauvolumen von insgesamt rund 7.700.000 Euro. Die Fertigstellung des Erweiterungsbaus ist für Sommer 2019 vorgesehen. Danach folgen Sanierungsmaßnahmen im Anschlussgebäude E mit der Erneuerung des Daches und der Unterdecken. Der Umzug des Standorts Böcklinstraße in den neu errichteten Erweiterungsbau ist für die Sommerferien 2019 geplant.

Der Neubau der Sporthalle Lehndorf (26), der die abgebrannte alte Halle an der St. Ingbert-Straße ersetzen wird, befindet sich in der Endphase des Ausbaus. Die Übergabe erfolgt im Sommer dieses Jahres.

Kindertagesstätten

Ein weiterer wichtiger Block an Baumaßnahmen stellen weiterhin die Kindertagesstätten (Kitas) dar, sei es in Neubauten, Erweiterungen oder Sanierungen. Steigende Bedarfe an Kita- und Krippenplätzen stellen nicht nur in Braunschweig die Kommunen vor große Herausforderungen. Der Fachbereich Hochbau und Gebäudemanagement ist in diesem Jahr primär in folgenden Liegenschaften aktiv:
(16) Neubau Kita Schwedenheim
Nachdem der Altbau nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren war, erfolgt nun für rund 2 Millionen Euro ein Neubau an gleicher Stelle. Die Fertigstellung ist für Mai 2019 vorgesehen.
(17) Kita Schölkestraße
Um auf den wachsenden Bedarf aus dem Quartier zu reagieren, wird die bestehende Kita für rund 3 Millionen Euro um Räumlichkeiten für zwei Gruppen erweitert. Vorbereitende Maßnahmen auf dem Grundstück laufen an.
(18) Kita Volkmarode Feuerteich
Die alte Kita ist mehrfach gewachsen und benötigt jetzt zum Betrieb einen Mehrzweckraum. Dieser soll ab Frühjahr für rund 550.000 Euro angebaut werden.
(19) und (20) Kitas Thune und Wenden
In beiden Kitas werden in diesem Jahr für jeweils 450.000 Euro die Flachdächer saniert, die noch aus der Erbauungszeit aus den 1970er Jahren stammen.

Feuerwehr

(21) Führungs- und Lagezentrum
Das Führungs- und Lagezentrum an der Feuerwehrstraße wächst dank des milden Winters zügig empor und ist im Rohbau bereits weitgehend fertiggestellt. Für 2019 stehen nun das Herstellen der Gebäudehülle sowie die Ausbaugewerke an. Insgesamt werden hier rund 21,9 Millionen Euro investiert. An den Kosten für die Integrierte Regionalleitstelle, die im Gesamtprojekt mit rund 9,8 Millionen Euro zu Buche schlagen, beteiligen sich die beiden Landkreise Wolfenbüttel und Peine jeweils zu 20 Prozent. Die Fertigstellung ist für Ende 2020 oder Anfang 2021 vorgesehen.
(22) Neubau des Feuerwehrhauses Timmerlah
Der Entwurf des Neubaus wird zurzeit abgestimmt. Im Haushalt sind für diese Vorhaben 1,5 Millionen Euro eingestellt. Der Baubeginn ist für den Herbst terminiert.

Weitere Maßnahmenpakete

„Immer wieder sorgen akute Sanierungsbedarfe in unterschiedlichen Liegenschaften dafür, dass vergleichbare Baumaßnahmen in unterschiedlichen Gebäuden nahezu zeitgleich umgesetzt werden“, erläutert Wilhelm Eckermann. „Die Bündelung gewährleistet eine zügige, wirtschaftliche Abarbeitung.“ Hierzu zählen in diesem Jahr zum Beispiel der Einbau von Sicherheitsbeleuchtungen in verschiedenen Schulen für rund 611.000 Euro, weiterhin das Unterdeckenprogramm in Sporthallen für rund 2,77 Millionen Euro sowie die Weiterführung des Schulsanierungsprogramms im Gymnasium Hoffmann-von-Fallersleben-Schule (23), der IGS Franzsches Feld (24) und der Grund- und Hauptschule Rüningen (25).

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