Strom-Linie: Braunschweigs erster Elektrobus fährt als M19 über den Ring

27. März 2014
Einstieg in die Zukunft des Öffentlichen Nahverkehrs. Die Braunschweiger Verkehrs-AG setzt auf Induktion. Fotos: Verkehrs-AG

Braunschweig. Seit dem 27. März 2014 wird in Braunschweig ein Stück Geschichte in der Entwicklung der Elektromobilität im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) geschrieben. Mit der Einstellung der Liniennummer M19 und der 12 km langen Fahrroute vom Hauptbahnhof über den Cityring zurück zum Hauptbahnhof in das Bordeigene Informationssystem, geht in Braunschweig der Bundesweit erste rein elektrisch betriebene Bus in den Linienbetrieb. Fast lautlos und ohne Emission. (BraunschweigHeute.de berichtete)

Das besondere an diesem Projekt ist die Tatsache, dass dieser Bus nicht stundenlang an einer Ladestation hängt und seine Batterien auflädt. Der 12 Meter Solaris Urbino electric lädt induktiv und das während der kurzen Pausen zwischen zwei Linienfahrten oder im Linienbetrieb an einer der Haltestellen im Netz. Mit einer Leistung von 200 kW werden die Ionen Lithium Batterien im Schnellvorgang geladen und ohne Verzögerung im Linienbetrieb kann der Bus seine Tour fortsetzen.

Fahrgäste im ersten E-Bus

Premieren-Gäste auf der Jungfernfahrt im ersten Elektrobus der Verkehrs-AG

Die Freigabe des Elektrobusses für seine erste Linienfahrt bringt die Anstrengungen der Projektpartner zum Ausdruck. Das Konsortiums aus Bombardier Transportation, verantwortlich für die Entwicklung und Konstruktion des PRIMOVE Systems zur induktiven Ladetechnik, BS|ENERGY für die Energieversorgung, der TU Braunschweig als Projektbegleitung sowie der Verkehrs-AG für die Projektsteuerung und den Linienbetrieb haben dieses ehrgeizige Projekt zu einem guten Abschluss gebracht. In weniger als zwei Jahren konnte das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie der Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) mit fast 3 Millionen Euro geförderte Projekt „emil = Elektromobilität mittels induktiver Ladung“ umgesetzt werden.

Freigabe aller Komponenten erfolgte durch den TÜV Nach dem Abschluss der letzten Systemoptimierungen, bereits fast 3.000 elektrisch gefahrenen Kilometern und mehr als 280 dokumentierten Ladevorgängen mit dem neuen Elektrobus, hat das induktive Ladesystem (PRIMOVE) seine Zulassung für den Linienverkehr durch den TÜV Süd zugesprochen bekommen.

Fahrten auf der M19

Die Ringlinie M19 ist eine 12 km lange mit 25 Haltestellen ausgestattete Metrolinie des Braunschweiger Busnetzes. Sie verkehrt wochentags im 10-Minuten-Takt und befördert täglich im Schnitt 6.000 Fahrgäste. Der Linienweg der M19 führt ab dem Braunschweiger Hauptbahnhof über den Innenstadtring an Wohngebieten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Veranstaltungszentren und innerstädtischen Industrieparks vorbei. Sie kreuzt auf ihrer Fahrt zurück zum Hauptbahnhof wichtige Umstiegshaltestellen mit Anbindung an das gesamte Bus- und Straßenbahnnetz. Die besonders stark frequentierte und im Braunschweiger Stadtbild sichtbare Ringlinie induktiv zu befahren, gewährleistet eine außerordentliche Wahrnehmung in der Braunschweiger Öffentlichkeit. Aber auch auswärtige Fahrgäste nutzen gerne die M19 für ihre Fahrten ab Hauptbahnhof. Einige tausend Fahrgäste werden die induktive Elektromobilität im Linienverkehr so tagtäglich hautnah erleben und deren Vorzüge wie berührungsfreies Laden an Haltestellen, Emissionsfreiheit und Geräuscharmut erfahren.

Der 12 Meter lange Solo-Elektrobus kann aber keinen der Gelenkbusse der Ringlinie M19 ersetzen. Er wird ab dem 27. März zwischen den festen Linienbussen als Einsatzbus mit zunächst zwei festen Fahrten von montags bis freitags um 15:02 und 16:32 Uhr  ab Hauptbahnhof fahren. Aber schon im Herbst 2014, wenn dann die weltweit ersten rein elektrisch gefahrenen und mittels Induktion geladenen 18 Meter Gelenkbusse der Firma Solaris den Linienbetrieb aufnehmen, kann die M19 fast rein elektrisch gefahren werden. Ein Meilenstein in der Elektromobilität im modernen und zukunftsorientierten ÖPNV.

Die Technologie hinter PRIMOVE – Das Induktionsprinzip Die auf induktiver Energieübertragung beruhende PRIMOVE-Technologie ermöglicht die drahtlose Stromübertragung zwischen den Komponenten im Boden und den unter den Fahrzeugen angebrachten Aufnahmespulen. Dabei wird die Energie über Induktionsschleifen in der Straße berührungsfrei in den Bus übertragen und dort in einer Batterie gespeichert oder vom E-Motor direkt in Bewegung umgesetzt. Da alle Elemente unterirdisch verlegt sind, fügt sich die Lösung harmonisch ins Stadtbild ein und bietet Verkehrsunternehmen völlig neue Möglichkeiten für integrierte Transportsysteme.

emil – Projektverlauf

18. Juli 2011 – Die Braunschweiger Verkehrs-AG, Borbardier Transportation, Institute der TU Braunschweig und BS|Energy gehen eine Projektpartnerschaft zur Umsetzung der induktiven Ladung von Elektrobussen im Linienverkehr ein.

31. Mai 2012 – Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Städteplanung bewilligt den Förderantrag der Partner.

04. Juni 2013 – Die erste Ladestation für die induktive Ladung von Elektrobussen im öffentlichen Raum wird am Braunschweiger Hauptbahnhof eingebaut.

11. September 2013 – Freigabe der ersten induktiven Ladestation im öffentlichen Raum.

21. Januar 2014 – Der Solaris Urbino 12 electric (E12) trifft bei der Verkehrs-AG ein.

27. März 2014 – Erste Linienfahrt des emil-Busses auf der Ringlinie M19.

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: braunschweig@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-21
Anzeigen
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztlicher Notdienst: 116 117
Elterntelefon: 0800 111 0 550
Feuerwehr-Notruf: 112
Frauenhaus Braunschweig: 0531 / 2 80 12 34
Gift-Notruf: 0551 / 19 24 0
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Klinikum Braunschweig: 0531 / 595-0
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006