Tagung zu NS-Medizinverbrechen und kommunaler Gesundheitspolitik

10. Oktober 2018
Die Tagung findet im Altstadtrathaus statt. Foto: Archiv/Alexander Dontscheff
Braunschweig. Am Freitag, 23. November, findet im Altstadtrathaus von 10 bis 16 Uhr die Fachtagung „NS-Medizinverbrechen und kommunale Gesundheitspolitik: Forschungsbilanz, neue Fragen und die Zukunft der Erinnerung“ statt. Das teilt die Stadt Braunschweig mit.

Die kommunale Erinnerungskultur nimmt sich in Braunschweig ausdrücklich auch der Opfer der nationalsozialistischen Medizinverbrechen an. Zuletzt erfolgte auf Initiative des Vereins „Gedenkstätte Friedenskapelle Braunschweig“ und mit Unterstützung der Stadt Braunschweig am 31. Mai auf dem Braunschweiger Stadtfriedhof die Enthüllung des Mahnmals zur Erinnerung an die namentlich bekannten und dort beerdigten „Euthanasie“-Opfer. Im Auftrag des Rates der Stadt Braunschweig und im Zuge von Gesprächen mit verschiedenen bürgerschaftlichen und professionellen Akteuren auf dem Feld der kommunalen Erinnerungsarbeit wird nun die Weiterentwicklung der kommunalen Erinnerungskonzeption zu der Fragestellung „NS-Medizinverbrechen und kommunaler Gesundheitspolitik“ in den Blick genommen.

Zwangssterilisierungen und Krankenmord 

Die direkten NS-Medizinverbrechen durch Zwangssterilisierungen und Krankenmord sind bislang ebenso wenig umfassend bekannt wie die Vernetztheit des kommunalen Gesundheitswesens mit den einschlägigen Einrichtungen. Um vertiefte Diskussion zu ermöglichen, will die Fachtagung „NS-Medizinverbrechen und kommunale Gesundheitspolitik: Forschungsbilanz, neue Fragen und die Zukunft der Erinnerung“ den Forschungsstand klären und Best-practice-Beispiele präsentieren.

Die Fachtagung findet im Auftrag des Fachbereichs Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig in Kooperation mit dem Geschichtsverein Braunschweig e. V. und dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte und Geschichtsvermittlung der TU Braunschweig statt.

Es referieren:

  • Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl (Universität Bielefeld): Jenseits der „Aktion T4“. Perspektiven der Forschung zu den NS-Medizinverbrechen
  • Dr. Annemone Christians (LMU): Fördern UND Verfolgen. Die rassenhygienische Selektion durch kommunale Ämter – Grenzen und Potentiale der regionalen Perspektive auf die NS-Gesundheitspolitik
  • Dr. Oskar Dohle (Landesarchiv Salzburg): Ein psychiatrisches Krankenhaus in der NS-Zeit – nicht nur aus dem Fokus der Forschungen zur NS-Zeit betrachtet. Die „Landesheilanstalt Salzburg“ und die Gesamt-Auswertung der historischen Krankenakten der Jahre 1849-1969
  • Dr. Manfred Grieger (Georg-August-Universität Göttingen): Nur Königslutter und Neuerkerode? Desiderata einer Geschichte der nationalsozialistischen Gesundheits- und Vernichtungspolitik in der Region Braunschweig
  • Dr. Jens-Christian Wagner (Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten): Über die opferzentrierte Erinnerung hinaus? Aufgaben und Problemfelder zukünftiger Vermittlung von nationalsozialistischen Massenverbrechen

Die Tagung ist öffentlich. Um Anmeldung wird gebeten bis zum 19. November 2018 unter dr.manfred.grieger@t-online.de.

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