Tradition und Innovation: Jubiläumsempfang 125 Jahre Borek

22. November 2018
Richard Borek sen., Erika Borek, Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Melanie und Richard Borek jun. (v. li.). Foto: Unternehmensgruppe Richard Borek
Braunschweig. Der Jubiläumsempfang anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Unternehmensgruppe Richard Borek stand im Zeichen von Innovation und Tradition. „Wir brauchen solche Unternehmen, die sich nicht nur an ihrer stolzen Vergangenheit erfreuen, sondern sich mit Innovationen auf den nicht immer leichten Weg in die Zukunft machen“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil während seiner Festrede. Das teilt die Unternehmensgruppe Richard Borek mit.

Die Unternehmensgruppe Richard Borek sei beispielgebend, weil sie die Megatrends Globalisierung und Digitalisierung aufgreife. „Familienunternehmen denken nicht in Quartalsberichten, sondern in Generationen“, sagte Weil weiter. Gerade sie machten die deutsche Wirtschaft so robust. Im Ausland werde das respektvoll „German Mittelstand“ genannt.

Die Unternehmensgruppe Richard Borek wurde 1893 in Braunschweig gegründet. Mittlerweile wird sie in der vierten Generation geführt. Von einem kleinen Ladengeschäft hat sich das Unternehmen zunächst zum ersten Versandhaus für Briefmarken und dann zum Weltmarktführer für Münzen und Medaillen entwickelt. Partner sind Münzprägestätten in aller Welt sowie das Internationale Olympische Komitee oder der Weltfußballverband Fifa. Aktuell forciert die Unternehmensgruppe unter der Marke borek.digital die Digitalisierung im eigenen Haus und die Start-up-Szene in der Region.

Flexibilität und Transparenz sind notwendig

Richard Borek jr. begrüßte 200 geladene Gäste am Firmensitz in der Theodor-Heuss-Straße. Darunter waren Ehrenbürger und Ministerpräsident a.D. Gerhard Glogowski, der frühere Oberbürgermeister Braunschweigs, Dr. Gert Hoffmann, Staatssekretär a.D. Prof. Dr. Lothar Hagebölling und Prinz Heinrich von Hannover. In seiner Ansprache verdeutlichte Richard Borek jr., dass das Zeitalter der Digitalisierung tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaft, aber auch in behördlichen Verwaltungen unumgänglich erfordere. Notwendig seien Flexibilität und Transparenz. „Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass dieser Weg nicht einfach ist. Trotzdem muss er gegangen werden, will man sich die Chance erhalten, weiterhin erfolgreich am Markt zu agieren statt zu reagieren“, sagte er.

Richard Borek sen. erinnerte im Anschluss an seinen Großvater, den Firmengründer, und zitierte ihn: „Wie, wenn ich nicht den Drang gehabt hätte, vorwärts zu kommen und Geld zu verdienen, wenn ich als 19jähriger Mensch wie andere junge Leute zum Vergnügen gegangen wäre oder frühreif mich mit Frauensleuten abgegeben hätte oder unsere Verhältnisse wären besser gewesen, so dass ich das Elend der Wechselsorgen nicht gekannt hätte. Niemals wäre es zu jenem denkwürdigen Morgen gekommen, da ich zwei Nägel in den Rahmen der Ladentür schlug, daran einen Bindfaden befestigte und an diesem Bindfaden den ersten Bogen mit Briefmarken aufhängte.“

Das Unternehmen als Mittel zum Zweck

„Das Unternehmen also als Mittel zum Zweck?“, fragte Richard Borek sen. und gab selbst die Antwort: „Ja, warum denn nicht? Ich bin überzeugt, dass nicht nur damals, sondern auch heute in der Wirtschaft wie in der Politik, in der Kultur wie in der Wissenschaft, also wir alle nur erfolgreich sein können, wenn wir ganz persönliche, ja manchmal egoistische Ziele verfolgen.“ Durch den unternehmerischen Erfolg sei seine Familie in der Lage, „nicht nur uns, sondern auch anderen zum Beispiel durch die Richard Borek Stiftung manche Gunst zu gewähren“.

Darauf zielte Oberbürgermeister Ulrich Markurth in seinem Grußwort ab. Der Name Borek sei seit 125 Jahren eine feste Größe in Braunschweig. Die Unternehmensgruppe Richard Borek zeichne ihr außerordentliches unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement für die Stadt aus. Das zeige sich sowohl in der Rolle als Investor für bedeutsame Bauprojekte – wie beispielsweise dem derzeit entstehenden integrativen Quartier St. Leonhard – als auch in der Förderung kultureller oder sozialer Projekte. „Der Ethik des Unternehmens und seiner Inhaber entspringt der Wunsch und die selbst gewählte Verpflichtung, andere am eigenen Erfolg teilhaben zu lassen“, sagte er.

Neue Impulse durch borek.digital

Breiten Raum in der Rede Markurths nahm der neue Unternehmenszweig borek.digital ein. borek.digital treibe einen Erneuerungsprozess voran, der im Unternehmen wirke, der aber auch nach außen strahle, von außen wahrzunehmen sei. borek.digital setze neue Impulse für die Unternehmensgruppe. Zugleich werde dadurch die Region nachhaltig gefördert, lobte er. Das Accelerator-Programm für Start-ups trage maßgeblich zur Stärkung und verbesserten Wahrnehmung Braunschweigs als attraktivem Standort für Gründer bei.

Den Festvortrag „Silicon Valley – kapieren, nicht kopieren“ hielt am Nachmittag Christoph Keese. Der mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2016 ausgezeichnete Buchautor setzte sich kritisch mit dem Zustand der deutschen Wirtschaft im Zeitalter der Digitalisierung auseinander. „Mein Eindruck ist, dass in der Unternehmensgruppe die richtigen Fragen gestellt und Antworten gefunden werden“, sagte er. Keese erläuterte die Gefahren der digitalen Disruption und warnte davor, dass deutsche Unternehmen den Anschluss an die digitalisierte Weltspitze verpassen. Keese war unter anderem Chefredakteur der Welt am Sonntag und Financial Times Deutschland.

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