TV-Mitarbeiter protestierten gegen die AfD – Das sagt der Sender

2. Dezember 2019 von
Björn Höcke steht bei diesem Interview nur wenige Schritte von der Gerätebox entfernt. Fotos: Werner Heise
Braunschweig. Nicht nur vor der Volkswagenhalle, sondern auch im Inneren, auf dem Bundesparteitag selbst, kam es zum Protest gegen die AfD. Mitarbeiter der Liveübertragung des öffentlich-rechtlichen Politiksenders Phoenix beklebten eine ihrer Geräteboxen mit Statements, wie man sie auch auf den Plakaten vieler Demonstranten lesen konnte. Für diese Aktion ernteten die TV-Mitarbeiter im Netz viel Lob, aber eben auch viel Kritik.

Neben „Bunt statt braun“ und „Menschenrechte statt rechter Menschen!“, zierten die Box auch Sprüche wie „Rechts ist da, wo Hirne fehlen“ oder „Lieber braun auf’s Brot, als braun im Kopf!“. Mit „schwarze Kassen statt weißer Weste“ spielte man vermutlich auf die Diskussion um eine mögliche Spendenaffäre in der Partei an.

Auf Facebook und Twitter klatschten die User Beifall. Die Reaktionen reichten von einem einfachen „Super!“, bis hin zum Respekt zollen, für „soviel Mut“. Viele verwiesen darauf, dass das Niedergeschriebene keine Meinungen, sondern Selbstverständlichkeiten seien.

Doch es gibt auch die Gegenseite, die hier einen Angriff auf die AfD sieht, der so von den Medien, insbesondere einem öffentlich-rechtlichen Sender, nicht ausgehen dürfe.

Die Sprüche waren am Sonntag von der Box wieder verschwunden.

Das sagt Phoenix

Auf Anfrage von regionalHeute.de äußerte sich Uwe-Jens Lindner, Leiter Stabsstelle Kommunikation und Marketing bei Phoenix. „Das phoenix-Team auf dem AfD-Parteitag hat von den Parolen auf den Geräteboxen des Produktionsdienstleisters weder etwas bemerkt noch davon gewusst. Die Geschäftsführung des Dienstleisters hat sich umgehend nach Bekanntwerden der Parolen von diesen distanziert, sie entfernen lassen und sich beim AfD-Pressesprecher entschuldigt. Diese Art der politischen Meinungsäußerung durch Mitarbeiter eines Dienstleisters auf einem Parteitag entspricht nicht den Gepflogenheiten eines professionellen Auftretens.“

Aktualisiert, 16.35 Uhr

Nachdem die Diskussion zu diesem Thema auf Twitter nicht abreißt und der Sender für seine Stellungnahme harsche Kritik von den Usern bekommt, legte Phoenix am Nachmittag nach und veröffentlichte ebenfalls auf Twitter eine weitere Erklärung. „Unabhängig von den konkreten Inhalten der Parolen hat sich die Leitung des von uns beauftragten technischen Dienstleisters davon distanziert, dass die eigenen Mitarbeiter die gebotene und zu erwartende Neutralität eines technischen Dienstleisters bei einer Parteitagsberichterstattung verletzt haben. phoenix berichtet von Parteitagen aller im Bundestag vertretenen Parteien neutral und unabhängig. Da wir dabei auch Programme, Protagonisten und Parteitagsbeschlüsse journalistisch-kritisch hinterfragen und analysieren, sind wir der Überzeugung, dass private Meinungsäußerungen an einem professionellen Fernseh-Set – und sei es auch nur durch die Mitarbeiter eines technischen Dienstleisters – unangebracht sind und unterbleiben sollten.“

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