Verknüpfungspunkt Gliesmaroder Bahnhof – Anpassungsbedarf?

3. Mai 2018 von
Die geplante Optimierung des Umfeldes des Gliesmaroder Bahnhofes sorgte ebenfalls für Diskussionen. Offenbar gibt es nach Meinung der Ratsmitglieder noch Anpassungsbedarf. Foto: Jonas Walter
Braunschweig. Nicht nur die Bahnhofsumbauten an sich standen am gestrigen Abend in der Sitzung des Stadtbezirksrates im östlichen Ringgebiet in der Diskussion. Auch das Umfeld solle dem sogenannten "Mobilitätsverknüpfungspunkt" angepasst werden. Die Planungen dafür stellte Frau Spies vom Fachbereich Tiefbau und Verkehr den Anwesenden vor.

Im neuen Verknüpfungspunkt des Gliesmaroder Bahnhofes soll es auch im Umfeld zu einigen Anpassungen kommen. Insbesondere der umliegende Verkehr ist davon betroffen. Die momentan externe Bushaltestelle soll zentraler in den Verknüpfungspunkt gelegt werden. Außerdem soll es mehr und qualitativ hochwertigere Fahrradabstellanlagen, Taxistände, eine Fläche für Car-Sharing Fahrzeuge und eine Elektro-Ladesäule geben.

Zudem soll der Bahnhofsvorplatz zu einem Jugendplatz mit Spiel- und Freizeitangeboten ausgebaut werden. Insgesamt sollen rund 1,6 Millionen Euro in die städtischen Maßnahmen fließen. Am 30. Mai steht das Thema zur Entscheidung auf der Tagesordnung des Planungs- und Umweltausschusses. Sollte die Vorlage dort eine Mehrheit finden, ist die Umsetzung für den Sommer 2019 geplant. Die Bauzeit soll in etwa acht Monate betragen, so Spies.

Bezirksrat und Bürger sprechen sich für Anpassungen aus

Bereits auf einer Informationsveranstaltung zu diesem Projekt am 10. April waren seitens der Bürger einige Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge aufgekommen. Darunter forderte beispielsweise ein Anlieger, dass eine Fläche für eine Parkpalette vorzuhalten wäre, um die wegfallenden Parkplätze in der Abstraße zu kompensieren. Die Einrichtung einer Parkpalette sei aufgrund der ÖPNV-Anbindungen und der fahrradfreundlichen Lage aber derzeit nicht geplant.

Bezirksbürgermeister Uwe Jordan. Foto: SPD

„Dürfen Autofahrer nicht vergessen“

Hierzu äußerte sich Bezirksbürgermeister Uwe Jordan: „Ich begrüße die Anbindung des ÖPNV, aber wir dürfen auch die Autofahrer nicht vergessen. Man könnte auch beispielsweise das Gebiet der alten Bushaltestellen auf der Hans-Sommer-Straße in Parkplätze umwandeln“. Wie ein anderer Bürger anmerkte, vermisse man eine sogenannte „Kiss&Ride-Zone“, die es Fahrzeugen ermögliche, Reisende nur schnell am Bahnhof abzusetzen. Auch dafür sprach sich Jordan am gestrigen Abend erneut aus.

Eine E-Tankstelle nicht genug?

Dirk Reinecke. Foto: Grüne Braunschweig

Dirk Reinecke vom Bündnis90/Die Grünen äußerte, dass er eine E-Tankstelle als nicht zukunftsweisend genug empfände. Auch für die Car-Sharing Fläche wäre eine solche zum Beispiel sehr sinnvoll. Spies antwortete daraufhin, dass zunächst nur ein Stellplatz geplant sei, es aber durchaus möglich sei, zu einem späteren Zeitpunkt weitere zu ergänzen. Man müsse beachten, dass die Stadt selber keinen Strom verkaufen dürfte, sondern Betreiber dafür gefunden werden müssen. Man prüfe dazu momentan noch mögliche Konzepte.

„Der große Wurf fehlt“

Juliane Krause, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin. Foto: Stadt Braunschweig

Der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Juliane Krause, ebenfalls Bündnis90/Die Grünen, fehle bei dem Plan „der große Wurf“. Der Mobilitätspunkt sei ein Projekt für die nächsten Jahrzehnte. „Mir fehlen Konzepte zur Nahversorgung, der potenziellen Gestaltung des Jugendplatzes und noch mehr. Es ist ein interessantes Gesamtkonzept, aber wie wird es umgesetzt?“, fragte Krause nach. „Wie ist die geplante Radverkehrsführung, die Autounterbringung? Es wären auch bestimmt 500 bis 700 Fahrradstellplätze nötig.“, führte sie ihre Bedenken weiter aus.

Spies versuchte daraufhin etwas zu beruhigen. Man befände sich zur Zeit noch in Verhandlungen in Bezug auf zum Beispiel Grunderwerb. Viele Chancen seien da, aber die Planungen ja auch noch nicht abgeschlossen. Viele von Krauses Forderungen und Anregungen seien langfristig geplant, jedoch könnten momentan noch keine festen Zusagen für beispielsweise potenzielle Nahversorger geben. Bei der erwähnten Zahl der Fahrradstellplätze habe sie sich allerdings etwas erschrocken. Momentan seien es 40 Plätze. Man rechne mit Zuwachs und prüfe die notwendige Kapazität, aber eine realistische Schätzung sei momentan noch sehr schwer. Nur 500 würden wohl eher keine Rechtfertigung finden.

Der Rat geht bei den Forderungen der Bürger mit

Der Stadtbezirksrat im östlichen Ringgebiet entschied sich schließlich dazu, der Vorlage unter der Berücksichtigung der Anregungen der Bürgerinnen und Bürger von der Informationsveranstaltung zuzustimmen. Eine vollständige Liste der Forderungen finden sie hier.

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