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Voigtländer Areal – Altlasten kosten Stadt Millionen

8. März 2016 von
Das Gelände der Firma Voigtländer, 1955. Foto: Egon Sonnemann/Voigtländer-Archiv
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Braunschweig. Voigtländer war ein bedeutendes Traditionsunternehmen der Fotoindustrie mit Sitz in Braunschweig – obwohl das Unternehmen 1982 aufgelöst wurde, hat die Stadt bis heute mit den Folgen zu kämpfen. Der Boden auf dem ehemaligen Voigtländer Areal ist verunreinigt. Die Kosten zur Wiederherstellung gehen in die Millionen.


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Es geht um Verunreinigungen durch chlorierte Kohlenwasserstoffe, entstanden im Zuge der Verwendung von Entfettungsmitteln auf dem ehemaligen Betriebsgelände. Problem für die Stadt – sie konnte den verschiedenen Betreibern die maßgeblichen Verursachungsanteile nicht nachweisen, sodass ohne Anerkenntnis einer Verpflichtung Vergleichsverträge geschlossen wurden, die die Betreiber gegen Zahlung einer Summe von einer Million Euro von künftigen Pflichten freistellen.

Eine Zeittafel erinnert an die Firma. Foto: Robert Braumann

Eine Zeittafel erinnert an die Firma. Foto: Robert Braumann

Erste Sanierungsmaßnahmen begannen im Jahr 1997. Von dem vereinnahmten Geld wurden im Zeitraum von 2002 bis 2005 mehr als 3000 Kilogramm Schadstoff (chlorierte Kohlenwasserstoffe) aus dem Untergrund entfernt. Bis heute konnten die Sanierung nicht abgeschlossen werden.

Vollständige Sanierung nicht möglich

Warum dauert das so lange? Adrian Foitzik, Pressesprecher der Stadt Braunschweig, erklärt: „Die chlorierten Kohlenwasserstoffe wandern in undurchlässige Schichten. Sie haben zudem die Tendenz – weil sie schwerer als Wasser sind – sich in größere Tiefen zu verlagern. Eine vollständige Sanierung ist bei solchen Verhältnissen unmöglich. Die vollständige Sanierung ist auch nicht erforderlich, solange keine Gefahren bestehen. Der verbliebene Hauptschadensbereich soll nach dem vorliegenden Konzept im Zuge eines ohnehin beabsichtigten Gebäudeumbaus entfernt werden. Es besteht großer Abstimmungsbedarf, der Zeit erfordert.“ Eine Gefährdung für die Bevölkerung bestehe nicht. Im Bereich des ehemaligen Voigtländer Areals und im Abstrom (insbesondere Richtung Westen) sollte Grundwasser aber nicht genutzt werden.

Kleingärtner sind informiert. Foto: Robert Braumann

Kleingärtner sind informiert. Foto: Robert Braumann

Betroffene Grundstückseigentümer und Kleingärtner (Kleingartenverein Im Holzmoore und Moorhütte) sind entsprechend informiert, so der Stadtsprecher.

Kosten in Millionenhöhe

Momentan befinde man sich in intensiven Verhandlungen mit dem Grundeigentümer des Hauptschadens und ginge derzeit davon aus, dass dort Maßnahmen zur Sanierung des Bodens und der Bodenluft im Jahr 2017 beginnen und 2018 abgeschlossen werden können.

Einige Gebäude auf dem Areal sind sehr in die Jahre gekommen. Foto: Robert Braumann

Einige Gebäude auf dem Areal sind sehr in die Jahre gekommen. Foto: Robert Braumann

Zeitgleich ist eine auf rund zehn Jahre ausgelegte hydraulische Grundwassersanierung geplant. Die Kosten belaufen sich dabei auf rund 5 – 6 Millionen Euro. Der städtische Anteil würde bei 50 Prozent liegen. Der Plan: „Ab 2017 wird aber ein wesentlicher Teil der in Boden, Bodenluft und im Grundwasser des Hauptschadensbereichs noch vorhandenen Schadstoffe entfernt werden. Nachlieferungen an das Grundwasser und der Abstrom von Schadstoffen werden damit erheblich vermindert. Die Schadstofffahne im Grundwasser wird sich langfristig verkleinern“, so Foitzik. 

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