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Wasserwelt will den Neustart

9. März 2015 von
Die Wasserwelt wird von den Braunschweiger noch nicht angenommen. Neue Preise sollen jetzt die Wende bringen. Foto: C. Balder
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Braunschweig. Geschäftsführer Jürgen Scharna hat Bilanz für das Jahr 2014 gezogen. Dabei wurde deutlich, die Wasserwelt ist deutlich von den gesetzten Zielen entfernt. Neue Preise und der Wegfall der Parkgebühren, soll jetzt einen Umschwung herbeiführen. 


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Auf der eigens einberufenen Pressekonferenz wurden zudem die Baukosten nach oben korrigiert. Das mit der Projektleitung und –steuerung beauftragte Ingenieurbüro Assmann  Beraten+ Planen GmbH habe weitere Kostensteigerungen errechnet. Danach würden nach Vorlage aller Schlussrechnungen die Baukosten von rund 32 Millionen Euro (Stand März 2014) auf 35,37 Millionen Euro steigen. Entgegen stehen für durchsetzbar gehaltene Forderungen der Stadtbad GmbH von 650.000 Euro, so dass sich Baukosten von 34,72 Millionen Euro ergeben. „Das ist nach jetzigem Kenntnisstand der maximal mögliche Betrag.“, sagte Scharna. Die Mehrkosten erklärten sich aus Nachträgen und Ersatzvornahmen – angefangen von Mehrkosten, die auf Rechenfehler in Leistungsverzeichnissen beruhen, aber nicht schadenersatzfähig sind bis zu unumgänglichen Mehrfachbeauftragungen (z.B. Putzerfirmen) wegen Firmeninsolvenzen und nicht vorhersehbarer Kosten wegen Bauzeitverschiebung und Bauzeitverlängerung.

Weit hinter den Erwartungen

Auch bei den Besucherzahlen gibt es wenig positives zu vermelden. Nach Scharnas Angaben liegen die Besucherzahlen über die gesamte Angebotspalette Schwimmbad, Kurse, Schul- und Vereinsschwimmen und Sauna gerechnet am 31. Dezember deutlich hinter der Prognose zurück. Enttäuschend sei die Zahl von nur 95.500 Badbesuchen, denn über einen Zeitraum von sechs Monaten sei mit rund 150.000 kalkuliert worden, und erst Recht die Zahl der Sauna-Besuche, die rund 14.500 statt der prognostizierten 45.000 betrug. Die niedrige Zahl der Kurse – 3.200 Kursteilnehmer statt der erwarteten 25.000 – erkläre sich daraus, dass das Aktivbecken häufig von Schulen und Vereinen belegt war. Als Ursache sieht Scharna ein großes Imageproblem. „Dieses Bad ist viel besser als sein Ruf“, betonte der Geschäftsführer. „Deswegen sind eine veränderte Tarifstruktur und zielgerichtete Marketingaktivitäten erforderlich, um einen besseren Zuspruch zu erreichen. Damit kommen wir auch vielen Kritikern entgegen.“

Familienkarte und vergünstigter Tagespreis

Danach können Sauna- und Badegäste künftig frei parken. Dazu wird erstmals eine Familientageskarte angeboten. Und auch der Zwei-Stunden- Tarif entfällt. Für die, die schnell ihre Bahnen ziehen wollen, gibt es dann nur noch den Ein-Stunden-Tarif mit 30-minütiger Karenzzeit, für alle anderen eine verbilligte Tageskarte, die statt 8,20 Euro nur noch 5,90 Euro kostet. Die Sauna wird für Kinder vom dritten bis 16. Lebensjahr von 16 auf 10 Euro ermäßigt, Studenten zahlen 12 Euro. Die niedrigen Besucherzahlen schlagen sich auch in der Bilanz nieder. Während der Aufwand im erwarteten Rahmen geblieben sei, fielen die Erträge mit rund 1,2 Millionen Euro um rund 1,9 Millionen Euro geringer aus als vor Betriebsaufnahme erwartet.

Jürgen Scharna (Geschäftsführer, Wasserwelt), Frank Graffstedt (SPD) und Michael Stern (Assmann Beraten und Planen GmbH) informierten über die Wasserwelt. Foto: Robert Braumann

Jürgen Scharna (Geschäftsführer, Wasserwelt), Frank Graffstedt (SPD) und Michael Stern (Assmann Beraten und Planen GmbH) informierten über die Wasserwelt. Foto: Robert Braumann

„Dieses Bad ist mit seinen großen Vorzügen bei den Braunschweigerinnen und Braunschweigern noch nicht im Bewusstsein verankert“, sagte der Stadtbad-Chef.“ es gäbe großen Nachholbedarf beim Marketing, das soll sich in Zukunft ändern. Deshalb wird schon Mitte März bei der Stadtbad GmbH ein Marketing-Experte (Fabian Neubert, ehemals Prokurist, Braunschweiger Stadtmarketing GmbH) in Zusammenarbeit mit einer Agentur mit seiner Arbeit anfangen. Diesem Plan stimmte auch Aufsichtsratsvorsitzender und Ratsherr Frank Graffstedt zu: „Im operativen Geschäft muss es Änderungen geben. Die hohen Erwartungen, die wir an das Freizeitbad gerichtet haben, haben sich bisher nicht erfüllt. Speziell im Marketing waren die Ressourcen knapp bemessen. Da werden wir entschlossen gegensteuern.“ Der Aufsichtsrat stehe fest hinter Herrn Scharna und seinen Aktivitäten, die Attraktivität des Freizeitbades zu verbessern.

Die neuen Tarife im Überblick ab 10. März im Überblick: 

  • Parkplatzentgelt entfällt für Sauna- und
    Badegäste; Fremdparker zahlen weiterhin 5,00 Euro/Std.
  • 1-Stundentarif mit 30-minütiger Karenzzeit 2,70 Eur0, Karenzzeit um 15 Minuten verlängert.
  • Tagestarif 5,90 Euro für Erwachsene,
    4,50 Euro ermäßigt, bisher 8,20 Euro bzw. 6,00 Euro.
  • Einführung einer Familientageskarte
    2 Erwachsene und 2 Kinder oder 1 Erwachsener und drei Kinder 17,00 € (statt 20,80 € bzw. 19,40 € im Vergleich zum neuen Tarif).
    Jedes weitere Kind zahlt 4,00 Euro (statt 4,50 Eur0).
  • Ermäßigtentarif für die Sauna: 10 Euro für Kinder vom 3. bis 16. Lebensjahr, 12 Euro für Studenten.
  • 2-Stundentarif (bisher 5,00 Euro) entfällt. Die Gäste des Freizeitbades, die bisher diesen Tarif nutzen und mit dem Auto kommen, sparen künftig mit der Tageskarte 1,20 Euro. Die neuen Tarife gelten ab Mitte März, der Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben.

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