„Zwischen Zucker und Zink“ – Braunschweigs industrielle Zeugnisse

9. Oktober 2014 von
Fotorealistische Malereien von Alexander Calvelli in der Jakob-Kemenate. Foto: Sina Rühland

Braunschweig. „Eine Symbiose aus Geschichte und Gegenwart“ hat ein Besucher in das Gästebuch geschrieben. Gemeint ist die Ausstellung „Zwischen Zucker und Zink – Gemälde einer unzugänglichen Welt“ von Alexander Calvelli in der Jakob-Kemenate. Calvelli setzt sich in seinen Malereien mit der Industrie als Motiv auseinander und hat sich vorab auf eine Reise durch das Braunschweiger Land begeben.

Der Kölner Künstler Jakob Calvelli. Foto: Sina Rühland

Der Kölner Künstler Jakob Calvelli. Foto: Sina Rühland

Herausgekommen sind fotorealistische Gemälde aus Acryl, die anfänglich tatsächlich wie eine Fotografie wirken. Vor zwei Jahren begann Calvelli mit einer Karte Braunschweigs aus den 1959er Jahren, auf dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren. Er war auf der Suche nach der industriellen Geschichte, auch um Orte zu dokumentieren, die vor Veränderungen stehen.

Was er auf der Suche gefunden hat, sind nun wandfüllende Formate, die seine Affinität zu der großen Industrie und zu den technischen Ingenieurbauten zeigen. Gegenständliche Motive wie die Braunschweiger Synagoge, Lehndorfer Mühle, der Hafen, das alte Wasserwerk oder auch das atomare Asse-Endlager wählt Calvelli als gemalte Zeitzeugen aus und überlässt dem Betrachter die Interpretation.

Auf der Leinwand festgehalten, wären die Geschichten der zum Teil denkmalgeschützten Gebäude über den Verfall hinaus. „Bei einigen, der maroden Bauten ist absehbar, dass sie nicht mehr lange erhalten werden können“, sagt der Maler. Im Zuge der Recherche habe er festgestellt, dass es praktisch keine Literatur zu der Braunschweiger Industrie-Kultur gebe.

Der Braunschweiger Hafen. Foto: Sina Rühland

Der Braunschweiger Hafen. Foto: Sina Rühland

Neben Werken, deren Inspiration der Region zu Grunde liegen, stellt Calvelli außerdem Gemälde aus, deren Motive er in ganz Deutschland gefunden hat. Stilgelegte Stahlhütten, Zechen, Bahnhöfe, Häfen. Und selten Menschen. Ein einsam vor sich hin arbeitender Bergmann gibt dem Bild eine Stimme. Der Maler versteht es, mit seiner subtilen Auswahl und Veränderungen der Motive, dem Gemälde eine Funktion zu verleihen; dem Betrachter eine unzugängliche Welt zu öffnen.

Zur Ausstellung

„Zwischen Zucker und Zink – Gemälde einer unzugänglichen Welt von Alexander Calvelli. Noch bis zum 9. November in der Jakob-Kemenate, Eiermarkt 1a, Braunschweig. Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr.

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: braunschweig@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-21
Anzeigen
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztlicher Notdienst: 116 117
Elterntelefon: 0800 111 0 550
Feuerwehr-Notruf: 112
Frauenhaus Braunschweig: 0531 / 2 80 12 34
Gift-Notruf: 0551 / 19 24 0
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Klinikum Braunschweig: 0531 / 595-0
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006